Papst Leo XIV. vor Menschen bei einem Pfarreibesuch am 15. Februar 2026 im Stadtteil Ostia in Rom.
Vatikan

Papst ruft Pfarrer zu Kreativität und Sorge um die Jugend auf

Als Bischof von Rom ist der Papst auch Chef von Hunderten Pfarrern und anderen Gemeinde-Seelsorgern. Er hat sie im Vatikan getroffen und ihnen ein paar ungewöhnliche Ratschläge mitgegeben.

Ludwig Ring-Eifel

(CIC) Mehr Kreativität in der Seelsorge und besondere Aufmerksamkeit für die Probleme junger Menschen hat Papst Leo XIV. den Pfarrern seines Bistums Rom ans Herz gelegt. Bei einer Begegnung mit mehreren hundert Geistlichen, die im Hauptstadtbistum mit seinen rund 2,5 Millionen Katholiken arbeiten, sagte der Papst jüngst: «Wir sind nicht passive Erfüllungsgehilfen einer feststehenden Seelsorge, sondern sind dazu aufgerufen, mit Kreativität und Charisma an Gottes Werk mitzuwirken.»

Nicht nur Sakramente spenden

Die Kirche müsse anerkennen, dass die Flamme der Verkündigung «nicht immer mit der gleichen Vitalität» brennt und deshalb neu angefacht werden müsse. Er rief die Seelsorger auf, sich weder von den aktuellen kulturellen Veränderungen und der nachlassenden religiösen Praxis noch von der Last der Routine entmutigen zu lassen. Die herkömmliche, auf die Spendung der Sakramente ausgerichtete Seelsorge müsse überdacht und verändert werden, erklärte der Papst und betonte: «Hier brauchen wir eine klare Richtungsänderung!»

Eine andere Art der Verkündigung

Gesellschaftliche Veränderungen hätten dazu geführt, dass der Glaube im Umfeld und in vielen Familien kaum noch weitergegeben werde, eine «Erosion der religiösen Praxis» sei die Folge. Eine erneuerte Art der Verkündigung müsse daher die Priorität sein. Die Pfarreien müssten diese ins Zentrum ihrer Aktivitäten stellen, «um den Menschen zu helfen, mit den Zusagen Jesu in Kontakt zu kommen».

«Symptome einer besorgniserregenden Aggressivität, die nicht selten in Gewalt mündet.»

Besondere Aufmerksamkeit müssten sie der Jugend widmen. Viele junge Menschen lebten ohne jeden Bezug auf Gott oder die Kirche. Deshalb gelte es, «ihr tiefes existenzielles Unbehagen zu verstehen, ihre Orientierungslosigkeit und ihre vielfältigen Probleme».

Dazu zählten auch die Folgen des Online-Konsums und die «Symptome einer besorgniserregenden Aggressivität, die nicht selten in Gewalt mündet». Die Seelsorger müssten den jungen Menschen zuhören, verfügbar sein und ein Stück ihres Lebens teilen.

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Mit 335 Pfarreien ist das Bistum Rom nach Mailand das zweitgrösste in Italien. Als Bischof von Rom plant Papst Leo XIV. an den Sonntagen vor Ostern mehrere Pfarreibesuche.


Papst Leo XIV. vor Menschen bei einem Pfarreibesuch am 15. Februar 2026 im Stadtteil Ostia in Rom. | © Vatican Media/Romano Siciliani/KNA
23. Februar 2026 | 07:00
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