Menschen grüssen Papst Leo XIV. beim Mittagsgebet in der Kathedrale Santa Creu i Santa Eulàlia in Barcelona (Spanien) am 9. Juni 2026.
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Papst Leo XIV. ruft in Katalonien zur Einheit auf

Die Papstreise durch Spanien geht weiter. Nach intensiven Tagen in der Hauptstadt widmet sich Leo XIV. nun den Menschen in der stolzen Mittelmeerregion Katalonien. Auf ein Detail wird dabei besonders geachtet.

(KNA) Nach mehreren umjubelten Auftritten in Madrid hat Papst Leo XIV. seine Spanienreise am Dienstag in Barcelona fortgesetzt. Beim Mittagsgebet in der gotischen Kathedrale der Stadt hielt er mehrere Sätze seiner Ansprache auf Katalanisch. Angesichts anhaltender Autonomiebestrebungen in der stolzen Region Katalonien wurde auf dieses Detail besonders geachtet.

Der Papst nutzte die Gelegenheit für einen Appell zur Einheit, um einer zunehmenden gesellschaftlichen Polarisierung entgegenzuwirken. Er betonte, dass in der Kirche «Menschen aus allen Stämmen und Sprachen, aus allen Nationen und Völkern» durch das Wirken desselben Geistes vereint seien.

Appell zur Einheit

«Es ist für jeden von uns wichtig, dass wir nicht zulassen, dass die Einheit zerstört wird, in der Gott uns geschaffen hat und zu deren Fülle er uns Tag für Tag führt», so das Kirchenoberhaupt. Die Katalanen hätten eine besondere Berufung und Verantwortung, mit Gottes Hilfe zu «Baumeistern der Einheit» zu werden. In einer von Kriegen und Spaltungen zerrissenen Welt, in einer zunehmend fragmentierten und individualistischen Gesellschaft sollten die Christen sich bewähren als «Zeugen und Propheten der Einheit, der Aufnahme, der Eintracht und des Friedens».

Leo XIV. beendete seine Ansprache auf Katalanisch mit einer Anrufung Marias als «Mutter der Einheit». Das Katalanische ist seit dem Mittelalter eine eigene romanische Sprache. Die spanische Zentralregierung in Madrid verbot ihren amtlichen Gebrauch im 18. und 19. Jahrhundert sowie erneut während der Franco-Diktatur von 1939 bis 1978.

Faktisch Amtssprache in der Region

Seit Katalonien im demokratischen Spanien ab 1979 den Status einer «autonomen Gemeinschaft» erhielt, ist das Katalanische faktisch zur vorherrschenden Amtssprache in der Region geworden. Versuche katalanischer Separatisten, eine vollständige staatliche Loslösung von Spanien durchzusetzen, scheiterten jedoch.

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Menschen grüssen Papst Leo XIV. beim Mittagsgebet in der Kathedrale Santa Creu i Santa Eulàlia in Barcelona (Spanien) am 9. Juni 2026. | © Vatican Media/Romano Siciliani/KNA
10. Juni 2026 | 07:00
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