Papst Leo XIV. spricht beim Gottesdienst zum Jubiläum des Heiligen Stuhls am 9. Juni 2025 im Petersdom im Vatikan.
Vatikan

Papst Leo XIV. arbeitet in Castel Gandolfo an erster Enzyklika

Für zwei Wochen ist Papst Leo XIV. nun im Palast von Castel Gandolfo. Über zwölf Jahre wohnte dort kein Papst mehr. In seinen Ferien wird er dennoch arbeiten – und Tennis spielen.

(CIC) Komplett abschalten? Das wird Papst Leo XIV. auch in Castel Gandolfo nicht. Laut eines Freundes, dem Leiter des Augustinerordens, will Leo die Zeit zum Schreiben seiner ersten Enzyklika nutzen. Ein Titel sei noch nicht bekannt, «neulich sagte er mir nur, dass er diese zwei Wochen nutzen werde, um die Grundstruktur des Textes auszuarbeiten», so Generalprior Alejandro Moral im Interview mit der italienischen Tageszeitung «Il Messaggero» (Sonntag). Er vermute, die Themen Frieden, Soziallehre, Einheit und Künstliche Intelligenz könnten in dem päpstlichen Lehrschreiben eine Rolle spielen.

Bislang ein Tennis-Match als Papst

Tennis spielen könnte Leo XIV. in seinem Urlaub in den Albaner Bergen ausserdem. Das Gelände der päpstlichen Residenz verfügt über einen eigenen Platz. Moral erzählt, dass der Papst seit seiner Wahl einmal zum Schläger gegriffen hat – «vor ein paar Wochen, als er hierher in das Haus der Augustiner kam». Er habe mit seinem Privatsekretär Edgard Iván Rimaycuna Inga gespielt. «Es war einer seiner seltenen Momente der Entspannung», erinnert sich der Augustiner. «Früher haben wir beide auch zusammen gespielt, wir haben uns oft auf dem Kunstrasenplatz oberhalb der Generalkurie duelliert.»

Liebe zum Klavier

Eine weitere Vorliebe des ersten US-amerikanischen Papstes ist laut Moral auch das Klavierspiel. Er habe als Kind Musikunterricht erhalten und könne Noten lesen. «Wenige Tage nach seiner Wahl empfing er einen bekannten italienischen Dirigenten, und Leo XIV. spielte am Klavier ein nicht einfaches Stück von Béla Bartók.»

Bis zum 20. Juli wird sich Leo XIV. in Castel Gandolfo aufhalten. Dann noch einmal für ein verlängertes Wochenende Mitte August. Private wie öffentliche Audienzen sind zu diesen Zeiten ausgesetzt, Mittagsgebete und Papstmessen finden in der Umgebung des kleinen Ortes statt. Lange Fernreisen plant Leo XIV. in diesem Jahr bislang nicht. Lediglich im November möchte der Papst anlässlich des 1.700. Jahrestages des Konzils von Nizäa die Türkei besuchen. Gedanken um die Fortbewegung in anderen Ländern muss sich Leo XIV. nicht machen.

Anzeige ↓     Anzeige ↑

Ende der Woche erhielt er zwei kleine Papamobile, die sich im Papstflieger verstauen lassen. Die Elektrofahrzeuge könnten bequem und sicher in Langstreckenflugzeugen transportiert werden, ohne zerlegt werden zu müssen, teilte das Governatorat der Vatikanstadt am Sonntag mit. Zudem seien sie durch zusätzliche Haltegriffe für den Papst besonders komfortabel und eigneten sich darum «ideal für die Begleitung und den Transport Seiner Heiligkeit bei öffentlichen Auftritten in Städten auf der ganzen Welt».


Papst Leo XIV. spricht beim Gottesdienst zum Jubiläum des Heiligen Stuhls am 9. Juni 2025 im Petersdom im Vatikan. | © KNA
7. Juli 2025 | 07:47
Lesezeit : ca. 2  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!