Vatikan

Papst erneuert Appell gegen Todesstrafe

Zum Internationalen Tag gegen die Todesstrafe am Samstag hat der Papst seinen Appell für eine weltweite Abschaffung erneuert. Vor zwei Jahren hatte er den Katechismus der Kirche geändert.

«Alle Christen und Menschen guten Willens» seien aufgerufen, sich dafür einzusetzen, schrieb Franziskus auf Twitter. Zudem forderte Franziskus menschenwürdige Lebensbedingungen in sämtlichen Gefängnissen. Bereits 2018 hatte das Kirchenoberhaupt den katholischen Katechismus geändert und die Todesstrafe für «unzulässig» erklärt.

Der Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Ivan Jurkovic, bezeichnete diese Form der Bestrafung als «schockierendste Sache der Welt». Alle internationalen Organisationen hätten die Pflicht, diesen «Horror» klar anzusprechen, sagte er dem Portal «Vatican News».

Sant’Egidio mit neuer Website zum Thema

Die katholische Gemeinschaft Sant’Egidio nutzte den Aktionstag ebenfalls für ein erneutes Plädoyer gegen Hinrichtungen. Dazu rief sie eigens eine neue Website ins Leben. Sant’Egidio kündigte an, sich mithilfe der Uno weiterhin für ein universelles Moratorium einzusetzen.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl dokumentierter Hinrichtungen weltweit auf einen Zehn-Jahres-Tiefstand gesunken. 2019 wurden einem Amnesty-Bericht zufolge offiziell 657 Menschen in 20 Ländern hingerichtet, fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Negativer Ausreisser nach oben war demnach Saudi-Arabien. Auch im Irak, im Südsudan und im Jemen nahm die Zahl der Hinrichtungen zu. (cic)

Papst Franziskus | © KNA
10. Oktober 2020 | 16:47
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