Papst Leo XIV. winkt vom Papamobil aus den Menschen zu bei der Ankunft zu seiner ersten Generalaudienz am 21. Mai 2025 auf dem Petersplatz im Vatikan.
Vatikan

Papst drängt auf Frieden und humanitäre Hilfe für Menschen in Gaza bei erster Generalaudienz

Seit seiner Wahl vor fast zwei Wochen ist Papst Leo XIV. schon mehrfach öffentlich aufgetreten. Am Mittwoch stand seine erste Generalaudienz an. Wie sein Vorgänger Franziskus nutzte er sie auch für politische Appelle.

Sabine Kleyboldt

Papst Leo XIV. hat erneut ein Ende des Gaza-Kriegs gefordert. «Die Lage im Gazastreifen wird immer besorgniserregender und schmerzhafter», sagte er am Mittwoch im Vatikan. «Ich erneuere meinen eindringlichen Appell, würdige humanitäre Hilfe zuzulassen und die Feindseligkeiten zu beenden, deren qualvollen Preis Kinder, alte und kranke Menschen zahlen», so der vor knapp zwei Wochen gewählte Papst bei seiner ersten Generalaudienz vor Tausenden Menschen auf dem Petersplatz.

Bad in der Menge: Papst Leo XIV. winkt den Menschen vom Papamobil aus zu bei seiner Ankunft zur ersten Generalaudienz am 21. Mai 2025 im Vatikan.
Bad in der Menge: Papst Leo XIV. winkt den Menschen vom Papamobil aus zu bei seiner Ankunft zur ersten Generalaudienz am 21. Mai 2025 im Vatikan.

«In einer Welt, die durch Hass und Krieg entzweit und verwundet ist, sind wir aufgerufen, Hoffnung zu säen und uns für den Frieden einzusetzen», erklärte der in Chicago geborene Robert Francis Prevost (69), der am 8. Mai zum Nachfolger von Papst Franziskus gewählt worden war.

Gleichnis vom Sämann

In seiner geistlichen Betrachtung ging der Papst auf das biblische Gleichnis vom Sämann ein, dessen Saat nicht nur auf fruchtbarem Boden, sondern auch auf dem Weg oder im Gestrüpp landet. Dieses Bild stehe für die Grosszügigkeit Gottes, mit der er den Menschen sein Wort schenke, sagte der Papst. Jedes Wort des Evangeliums sei wie ein Samen, «der in die Erde unseres Lebens geworfen wird» und seine eigene Dynamik entwickle.

Besucher halten Fähnchen in den Händen mit einem Porträt von Papst Leo XIV. bei seiner ersten Generalaudienz am 21. Mai 2025 auf dem Petersplatz im Vatikan.
Besucher halten Fähnchen in den Händen mit einem Porträt von Papst Leo XIV. bei seiner ersten Generalaudienz am 21. Mai 2025 auf dem Petersplatz im Vatikan.

Die Menschen seien es gewohnt, Dinge zu berechnen, «aber in der Liebe gilt das nicht», unterstrich der Papst. «Die Art und Weise, wie dieser ‘verschwenderische’ Sämann den Samen ausstreut, ist ein Bild dafür, wie Gott uns liebt.» Gott sei sogar bereit, sich für die Menschen zu «verschwenden», und Jesus habe sein eigenes Leben gegeben, um das Leben der Menschen zu verändern.

«Wunderschönes Gemälde von Van Gogh»

Das Gleichnis erinnere ihn auch an das «wunderschöne Gemälde» von Vincent Van Gogh (1853-1890) des Sämanns von 1888, das die Mühen des Bauern zeige. «Und es fällt mir auf, dass Van Gogh hinter dem Sämann den bereits reifen Weizen dargestellt hat.» Dies sei für ihn ein sehr hoffnungsvolles Bild: «So oder so hat der Samen Früchte getragen.»

Papst Leo XIV. leitet die Menschen zum Gebet an bei seiner ersten Generalaudienz am 21. Mai 2025 im Vatikan.
Papst Leo XIV. leitet die Menschen zum Gebet an bei seiner ersten Generalaudienz am 21. Mai 2025 im Vatikan.

Im Zentrum der Szene stehe jedoch nicht der Sämann, sondern die Sonne, «vielleicht um uns daran zu erinnern, dass es Gott ist, der die Geschichte bewegt, auch wenn er manchmal abwesend oder fern zu sein scheint», gab der Papst zu bedenken. «Es ist die Sonne, die die Erdklumpen erwärmt und den Samen reifen lässt.»

Grüsse an Pilger in verschiedenen Sprachen

Anschliessend grüsste Leo die Pilgergruppen aus aller Welt. An italienisch-, spanisch- und englischsprachige Gruppen richtete er Worte in der jeweiligen Landessprache. Der erste US-Amerikaner im Papstamt war lange Missionar und Bischof in Peru, dessen Staatsangehörigkeit er auch besitzt.

Papst Leo XIV. winkt den Menschen vom Papamobil aus zu bei seiner Ankunft zur ersten Generalaudienz am 21. Mai 2025 im Vatikan.
Papst Leo XIV. winkt den Menschen vom Papamobil aus zu bei seiner Ankunft zur ersten Generalaudienz am 21. Mai 2025 im Vatikan.

Seine erste Generalaudienz hatte Leo XIV. mit einer rund 15-minütigen Fahrt im Papamobil über den Petersplatz begonnen. Wie bereits bei der Messe zu seiner Amtseinführung am Sonntag grüsste er vom weissen Jeep aus die und segnete Babies, die ihm über die Absperrung gereicht wurden. Immer wieder gab es Jubel, Applaus und «Viva il Papa»-Rufe.

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Am Ende der rund einstündigen Feier erinnerte Leo XIV. «voll Dankbarkeit an den geliebten Papst Franziskus», der vor genau einem Monat im Alter von 88 Jahren gestorben war. (cic)

Papst Leo XIV. winkt vom Papamobil aus den Menschen zu bei der Ankunft zu seiner ersten Generalaudienz am 21. Mai 2025 auf dem Petersplatz im Vatikan. | © KNA
21. Mai 2025 | 16:00
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