Schwestern beten am 14. Oktober 2026 vor der  Gemelli-Klinik in Rom für den Papst (Italien).
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Papst-Biograf: Leo wird seinen Weg mit Krebs finden

Krebs – und trotzdem Zuversicht? Jesuit und Papst-Biograf Batlogg spricht über die Ängste nach einer Krebsdiagnose. Seine eigene Erfahrung zeigt ihm, worauf es in schweren Zeiten ankommt.

(KNA) Papst-Biograf Andreas R. Batlogg ist überzeugt, dass Papst Leo XIV. einen guten Umgang mit seiner Krebserkrankung finden wird. «Ich denke, wer eine Krebsdiagnose erhält, macht dann automatisch langsamer. So wird es auch dem Papst ergehen. Er wird sein Pensum vielleicht reduzieren müssen. Aber er ist sportlich und agil. Er wird seinen Weg gut gehen», sagte der Münchner Jesuit im jüngst veröffentlichten katholisch.de-Interview.

«Ich mag zwar keine Floskeln – aber wir fallen alle in Gottes Hand. Darauf vertraue ich als glaubender Mensch», ergänzte der Ordensmann, der selbst eine Krebsdiagnose erlebt hat. «Ich schätze mein Leben anders, weil ich Krebs überlebt habe», sagte Batlogg rückblickend.

Sein Leben hätte schon mit 55 Jahren vorbei sein können. «Ich bin dankbar für die neun Jahr, die ich seither lebe.» Ihm sei bewusst geworden, wie kostbar Zeit ist: «Jede Stunde kann meine letzte sein.» Die Kunst des Sterbens und Loslassens könne man täglich einüben.

Papst gelassen und ruhig

Batlogg zeigte sich beeindruckt davon, wie «gelassen und ruhig» der Papst in die Klinik gefahren sei, um sich operieren zu lassen. Er habe sich nicht in der Tiefgarage im Auto versteckt, sondern sei zu den Leuten hingegangen und habe sie gegrüsst. «Das zeigt seine Haltung», so der Theologe.

«Doch er weiss sich sicher getragen. Er ist ein reifer spiritueller Mensch.»

Der Jesuit nimmt an, dass Papst Leo, ebenso wie er selbst, angesichts der Krebsdiagnose grosse Angst habe. «Doch er weiss sich sicher getragen. Er ist ein reifer spiritueller Mensch», betonte der Theologe. Er erhalte Genesungswünsche aus aller Welt: «Das tut ihm als Patient sicher gut.» Der Glaube sei für ihn persönlich ein grosser Resilienzfaktor: «Mir hat das gut getan, wenn Menschen mir gesagt haben: Ich bete für Sie.» In einer solch schwierigen Zeit sei Anteilnahme wichtig für die Genesung.

Besser schweigen und Nähe zeigen

Aus seiner Erfahrung ist es am Krankenbett besser, zu schweigen und dem Patienten die Hand zu halten. «So kann man dem anderen signalisieren: Ich bin da für dich», sagte er.

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Sich unters Messer legen und die Schmerzen ertragen, müsse Papst Leo selbst. «Das kann ihm keiner abnehmen»,sagte Batlogg. Doch heute sei eine Krebsdiagnose kein Todesurteil mehr. Der Knoten in seiner Lunge sei «zum Glück» in einem frühen Stadium entdeckt worden und die Operation ohne Komplikationen verlaufen.


Schwestern beten am 14. Oktober 2026 vor der Gemelli-Klinik in Rom für den Papst (Italien). | © KNA
18. Oktober 2026 | 15:00
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