Das Jesuskind auf Palästinensertuch in der Audienzhalle des Vatikan sorgt für Unmut. Hier betet Papst Franziskus davor, 7. Dezember 2024.
Vatikan

Palästinensertuch von Vatikan-Krippe entfernt

Mit einem Stück Stoff hat der Vatikan jüngst Kritik hervorgerufen. Nun ist das schwarz-weisse Tuch, das als Symbol für die palästinensische Sache gilt, von der Weihnachtskrippe in der Audienzhalle entfernt worden.

Das umstrittene Palästinensertuch ist aus der Krippe in der Vatikanischen Audienzhalle entfernt worden. Bei der Generalaudienz am Mittwochmorgen mit Papst Franziskus war die umstrittene «Kufiya» nicht mehr zu sehen.

Das schwarz-weisse Tuch in der von zwei Künstlern aus Bethlehem gestalteten Krippe war bei der Übergabe am Samstag an den Papst unter die Figur des Jesuskinds gebreitet. Das hatte teils heftige Kritik vor allem von Vertretern des Judentums ausgelöst, die dem Vatikan einseitige Parteinahme zugunsten der Palästinenser vorwarfen. Am Mittwoch waren sowohl das Christkind als auch das Tuch entfernt worden.

Ein Palästinenser mit einem Keffiyeh (Kopftuch) am 16. Januar 2017 in Hebron (Palästinensische Gebiete).
Ein Palästinenser mit einem Keffiyeh (Kopftuch) am 16. Januar 2017 in Hebron (Palästinensische Gebiete).

Die Kufiya (auch Keffiyeh) ist eine Kopfbedeckung, die im gesamten arabischen Kulturraum traditionell von Männern als Schutz gegen Sonne, Sand und Wind getragen wurde und auch heute noch weit verbreitet ist. Ihren Ursprung hat sie in der irakischen Stadt Kufa. Neben Muslimen, Drusen und Christen trugen auch zionistische jüdische Einwanderer in osmanischer und Mandatszeit das Tuch.

Politische Bedeutung seit den 1930er Jahren

Eine politische Bedeutung erhielt der Stoff, als sich die Städter im arabischen Kampf gegen die britische Mandatsmacht in den 1930er Jahren der Landbevölkerung anschloss. Die Einheitlichkeit stärkte das Nationalgefühl und erschwerte es den Briten, Aufständische zu identifizieren.

Kultstatus erhielt die Kufiya mit Palästinenserführer Jassir Arafat (1929-2004). Die schwarz-weisse palästinensische Variante wurde zum Symbol für die palästinensische Sache und neu als Schal getragen, darunter neu auch von Frauen. International wurde das «Pali-Tuch», «Palästinensertuch» oder «Arafattuch» vor allem in der linken Szene sowie in der 68er Studentenbewegung zum Symbol der Solidarität mit den Palästinensern im Kampf um nationale Unabhängigkeit. Proisraelische Stimmen sehen in dem Tuch ein Symbol palästinensischen Terrors. (cic)

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Das Jesuskind auf Palästinensertuch in der Audienzhalle des Vatikan sorgt für Unmut. Hier betet Papst Franziskus davor, 7. Dezember 2024. | © KNA
11. Dezember 2024 | 11:00
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