Plakat des «Marsch fürs Läbe» | © Francesca Trento
Schweiz
Plakat des «Marsch fürs Läbe» | © Francesca Trento

Obwaldner Regierungsrat weist Rekurs des «Marsch fürs Läbe» zurück

Sarnen OW, 31.8.17 (kath.ch) Der Obwaldner Regierungsrat möchte nicht, dass der «Marsch fürs Läbe» am Bettag in Flüeli-Ranft stattfindet. Er weist den Rekurs der Lebensschützer zurück und stützt damit den Entscheid der Gemeinden Kerns und Sachseln. Die Veranstalter sind enttäuscht, über das weitere Vorgehen entscheiden sie am Donnerstagabend.

Die Durchführung der Veranstaltung sei «angesichts der zu erwartenden Gegendemonstrationen nicht mit dem kantonalen Ruhetagsgesetz vereinbar», schreibt der Regierungsrat in seiner Mitteilung vom 31. August. Mit Blick auf das grosse Pilgeraufkommen, das im Jubiläumsjahr «600 Jahre Niklaus von Flüe» zu erwarten sei, bestätige der Regierungsrat die ablehnenden Entscheide der direkt betroffenen Gemeinden Kerns und Sachseln.

Interessen unbeteiligter Pilger schützen

Der Regierungsrat ist der Meinung, dass mit Blick auf die Ziele des Vereins «Marsch fürs Läbe» der Veranstaltung eine politische Komponente nicht abgesprochen werden könne. Frühere Veranstaltungen seien durch Gegendemonstrationen linksautonomer Kreise gestört worden. Der Regierungsrat geht daher auch für den diesjährigen Bettag von einer grösseren Anzahl Gegendemonstrationen aus. Er gewichtet die Interessen unbeteiligter Pilger, die an diesem Tag Besinnung und Frieden suchten, höher.

Der Entscheid des Regierungsrats ist noch nicht rechtskräftig. Die Veranstalter können den Fall ans Verwaltungsgericht des Kantons Obwalden weiterziehen.

Organisatoren besprechen Alternativprogramme am Donnerstag

Die Veranstalter sind enttäuscht von der Entscheidung des Regierungsrates, wie sie auf ihrer Website schreiben. Das Verbot einer Gebetsveranstaltung am Bettag, die von einer Vielfalt christlicher Kirchen und Organisationen unterstützt werde, sei ein bedenkliches Signal und eine verheerende Entscheidung, sagte Mediensprecherin Beatrice Gall gegenüber dem Online-Magazin «Idea» (31. August).  Es sei «ein weiterer Schritt in Sachen Einschränkung von Christen» durch eine Minderheit, die den Staat zu solchen Entscheidungen bringe. Das Organisationskomitee trifft sich gemäss Website am Donnerstagabend zu einer ausserordentlichen Sitzung, um das weitere Vorgehen und Alternativprogramme zu besprechen. Gemäss «Idea» steht dabei auch eine allfällige Beschwerde ans Verwaltungsgericht zur Diskussion.

Der «Marsch fürs Läbe», der sich für das ungeborene Leben und damit gegen Abtreibungen engagiert, möchte am eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag (17.September) von St. Niklausen oberhalb der Ranftschlucht nach Flüeli-Ranft ziehen, mit anschliessendem Gottesdienst vor der Flüeli-Kapelle. Die für den öffentlichen Raum zuständigen Gemeinden Kerns und Sachseln hatten hierfür jedoch keine Bewilligung erteilt. Die Organisatoren des «Marsch fürs Läbe» legten daraufhin Rekurs beim Regierungsrat ein. (sys)


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