Nigerias Bischöfe rufen vor Wahlen 2027 zu Gebet und Fasten auf
Mit einem landesweiten Gebets- und Fastenprogramm wollen Nigerias katholische Bischöfe im Vorfeld der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2027 für einen friedlichen Wahlverlauf eintreten. Die Gewalt gegen Christen in dem zentralafrikanischen Land hält an.
(KAP) «Da Nigeria sich den Wahlen 2027 nähert, sind wir aufgerufen, unsere Gebete zu intensivieren, damit die Wahlen frei, fair, glaubwürdig und friedlich verlaufen», erklärten der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Matthew Man-Oso Ndagoso, und Generalsekretär Peter Olukayode Odetoyinbo. Sie riefen dazu auf, Gewalt, Wahlmanipulation, Stimmenkauf und Spaltungen entlang ethnischer oder religiöser Grenzen zu verhindern.
Geplant sind zunächst nationale Gebets- und Fastentage am 31. Oktober und 28. November auf Pfarrebene. Am 8. Dezember, dem Hochfest der Unbefleckten Empfängnis Mariens, sollen in allen Diözesen Gottesdienste mit Gebeten für die Wahlen stattfinden. Ein weiterer Gebets- und Fastentag ist für den 15. Januar 2027, den Vorabend der Wahlen, vorgesehen. Die Gläubigen sind unter anderem zu Rosenkranzgebeten, Prozessionen und Messfeiern eingeladen.
107 Millionen Christen
Die Initiative erfolgt vor dem Hintergrund einer angespannten Sicherheitslage. Nach Angaben des christlichen Hilfswerks Open Doors belegt Nigeria im Weltverfolgungsindex 2026 Rang sieben unter den Ländern mit der stärksten Christenverfolgung. In Nigeria leben etwa 107 Millionen Christen, was rund 45 bis 46 Prozent der Gesamtbevölkerung von ca. 235 bis 237 Millionen Einwohnern entspricht. In der Schweiz leben rund vier Millionen Christen.
Im Berichtszeitraum von Oktober 2024 bis September 2025 hätten islamistische Gruppierungen, bewaffnete Banden und militante Fulani Christen angegriffen. Besonders betroffen seien der Norden und zunehmend auch südliche Landesteile.
Auch Muslime betroffen
Die Gewalt sei von religiösen und ethnischen Spannungen, organisierter Kriminalität und weitgehender Straflosigkeit geprägt, so Open Doors. Auch Muslime seien davon betroffen. Als weitere Belastungen nennt die Menschenrechtsorganisation die Aktivitäten von Boko Haram und der Terrormiliz Islamischer Staat in der Provinz Westafrika (ISWAP), religiöse Diskriminierung in Teilen des Nordens sowie die schwierige Lage christlicher Konvertiten muslimischer Herkunft. Christen würden jedoch überproportional oft Opfer von Angriffen.
Auch die jüngsten Meldungen aus dem Land unterstreichen die Unsicherheit: In der Diözese Gboko wurden aus Sicherheitsgründen vier Einrichtungen geschlossen; ein in der Vorwoche entführter Priester kam laut kirchlichen Berichten wieder frei. Die Bischöfe setzen mit ihrem Aufruf auf Gebet und gesellschaftliche Verantwortung, um vor der Wahl einer weiteren Eskalation entgegenzuwirken.
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