Nicola Neider: «Ich kann auch unbequem sein»
Die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus hat die Theologin mit dem Fischhof-Preis geehrt. Die Laudatio hielt alt Nationalrätin Cécile Bühlmann. Sie betonte den Mut von Nicola Neider, auch unbequem zu sein. Im Podcast «Laut + Leis» sagt sie, wann sie letztmals unbequem gewesen ist.
«Ja, das ist gar nicht so lange her, dass ich unbequem war. Es geht mir ja darum, für die geflüchteten Menschen Anwältin zu sein. Und das ist manchmal unbequem. Zum Beispiel, wenn eine Familie eine Ablehnung hat und nach Kroatien zurückkehren soll, wie kürzlich in Luzern geschehen, obwohl sie schon vier Jahre hier gelebt haben.
Dann unterstütze ich die Familie, die unbedingt in Luzern bleiben möchte, gerade auch wegen der Kinder, die hier in der Schule sind. Und dann kann ich unbequem werden gegenüber den politisch Verantwortlichen und versuche, alles daran zu setzen, dass die Familie ihr Asylgesuch in der Schweiz prüfen lassen kann.»
Das sagt Nicola Neider im Podcast «Laut + Leis». Sie leitet den Fachbereich Migration und Integration der Katholischen Kirche Stadt Luzern, präsidiert eine Beratungsstelle für Sans-Papiers und arbeitet einmal pro Woche in einem Bundesasylzentrum. (sl)
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