Carmela Bonomi im Video "Was ist eine Beichte?"
Schweiz

Neues Video von «So geht katholisch»: Was ist eine Beichte?

Es gibt die Sünde. Und es gibt die Beichte. Gott sei Dank. Sprich: Katholiken und Katholikinnen können sündigen – und Gott vergibt den Reuigen. Insbesondere in der Beichte. Nachdem im letzten Video von kath.ch ausführlich über Sünde gesprochen wurde, widmet sich das neue Video dem Ritual der Umkehr in Gestalt der Beichte.

Wolfgang Holz

Erinnern Sie sich auch noch an Ihre erste Beichte als Kind? Die Religionslehrerin ermunterte uns damals in der Primarschule, im Beichtspiegel des «Gotteslob»-Gebetsbuchs unsere Sünden ausfindig zu machen und sie auf einen kleinen Zettel schreiben.

Animation aus dem Video "Was ist eine Beichte?"
Animation aus dem Video "Was ist eine Beichte?"

Diesen sollten wir dann auswendig lernen, damit wir keine unserer Sünden vergessen würden, wenn wir zum Priester in den Beichtstuhl gehen. Der Seelsorger redete mir ins Gewissen und zeigte sich danach sehr gnädig: Er trug mir auf, als Busse für meine Sünden zwei Ave Maria und zwei Vaterunser zu beten. Danach fühlte ich mich wie reingewaschen.

Im persönlichen Gebet Reue eingestehen

Tempi passati. Auch heute noch ist das Sakrament der Beichte existent – auch wenn viele Kinder und Jugendliche in der Schule inzwischen nicht mehr in den Beichtstuhl müssen, sondern einen «Versöhnungsweg» praktizieren.

Grundsätzlich ist es so: Wenn wir uns von Gott entfernt haben durch Taten, die wir bereuen, haben wir immer die Möglichkeit, wieder in seine Arme zurückzukehren. Man kann Gott im persönlichen Gebet Reue eingestehen und um Vergebung bitten.

Bei einem Priester die Schuld bekennen

Die katholische Kirche bietet aber auch Hilfe an, bei einem Priester die Schuld zu bekennen, welcher die Freisprechung im Namen Gottes zusagt. Diese Tradition nennen wir sakramentale Beichte, als Heils-Wirklichkeit, da sie uns näher zu Gott bringt.

Das neue Video

Dabei meint das Wort «Beichte» so viel wie Geständnis, Bekenntnis. Will heissen: Bekenntnis der Sünden. Und die ursprüngliche Bedeutung des Wortes «Busse» meint Besserung, Wiedergutmachung und Umkehr zu Gott.

Ein Pfarrer streut Asche auf den Kopf eines Mannes in einem Gottesdienst an Aschermittwoch.
Ein Pfarrer streut Asche auf den Kopf eines Mannes in einem Gottesdienst an Aschermittwoch.

Beicht-Ritus im 4. Jahrhundert entwickelt

Den Ritus der Beichte entwickelte die katholische Kirche im 4. Jahrhundert, um reuige Sünder wieder in die christliche Gemeinschaft aufzunehmen. Damals wurde die Beichte streng öffentlich inszeniert. Im Büssergewand und mit Asche auf dem Kopf stand der Reuige vor der Gemeinde und flehte um Gebetshilfe.

Tatsächlich behauptete man früher, nur ein einziges Mal im Leben Busse tun zu können. Bis heute erhalten hat sich auf jeden Fall die Redewendung: Sich Asche aufs Haupt streuen. Das bedeutet: Jemand zeigt sich reuig.

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Im 5. Jahrhundert wurde das Beichtgeheimnis eingeführt. Später, durch das Konzil von Trient (1545-1563), wurde die Beichtsituation flexibler. Man kann im Beichtstuhl, anonym oder im Beichtzimmer persönlich beichten.

Wie man sich auf die Beichte vorbereiten kann – das erfährt man im Video.


Carmela Bonomi im Video «Was ist eine Beichte?» | © Viviane Rivas
29. Juni 2024 | 12:00
Lesezeit : ca. 2  Min.
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