Erzbischof Hubertus van Megen, Apostolischer Nuntius in Deutschland, am 15. September 2026 vor einem Gemälde des Künstlers Krystian Myszor in der Apostolischen Nuntiatur in Berlin.

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Neuer Papst-Botschafter zum Reformprozess der Kirche in Deutschland

Der Synodale Weg zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland wird vom Vatikan kritisch beobachtet. Der neue Nuntius Hubertus van Megen erläutert Knackpunkte wie positive Entwicklungen. Und macht eine Ankündigung.

(KNA) Der neue Papst-Botschafter, Nuntius Hubertus van Megen, wirbt um Verständnis für den teils kritischen Blick Roms auf die Reformbemühungen der katholischen Kirche in Deutschland.

«Wahrscheinlich ist es die Angst, dass die Kirche zu einer Gremienkirche wird, wo alles diskutiert werden muss und man nur noch von einem Meeting zum nächsten rennt», sagte er im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). «Vielleicht ist es auch die Sorge, dass es eine protestantische Kirche wird.»

Zugleich betonte er: «Das Gute ist, dass die deutschen Bischöfe alle Reformvorschläge vom Synodalen Weg in Rom vorlegen. Daran merkt man, dass die Kirche in Deutschland keinen Alleingang möchte, sondern sich als Teil der Universalkirche versteht.» Van Megen ist seit Juli offiziell im Amt. Zuvor war der gebürtige Niederländer 16 Jahre als Vatikan-Diplomat in Afrika tätig, zuletzt als Nuntius in Kenia und im Südsudan.

Blick der Weltkirche auf Deutschland

Es entstehe manchmal der Eindruck, die Kirche in Deutschland «läuft immer ein bisschen voraus», so der Nuntius. «Ein grosser Teil der Kirche schaut zu und sagt: ‘Was geschieht da in Deutschland?’ Und sie wissen nicht genau, wie sie damit umgehen sollen. Vielleicht wird man im Nachhinein sagen: ‘Oh, die Deutschen waren wirklich Pioniere einer neuen Kirche.’ Ich weiss es nicht.»

Der Synodale Weg in Deutschland stösst im Vatikan auf Kritik.
Der Synodale Weg in Deutschland stösst im Vatikan auf Kritik.

Van Megen kündigte an, dass er Ende Oktober nach Rom fahren wolle, um sich in den beteiligten vatikanischen Behörden zu erkundigen, wie weit die Diskussion über die Approbation der Satzung für die künftige Synodalkonferenz vorangekommen ist. Das neue Gremium, in dem deutsche Bischöfe und Laien gemeinsam beraten und beschliessen sollen, ist eine Frucht des Synodalen Wegs zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland.

Signal aus Rom an Bedenkenträger?

Gefragt, ob eine approbierte Satzung auch ein Signal aus Rom an jene Bischöfe sei, die sich aus dem Reformprozess zurückgezogen haben, sich dem neuen nationalen Gremium wieder anzuschliessen, antwortete der Nuntius: «Ich denke nicht, dass Rom ihnen eine Pflicht zur Teilnahme auferlegt. Aber ich würde es als Bischof noch einmal bedenken. Wenn nämlich Rom sagt: ‘Es ist okay’, dann kann man als Bischof noch Zweifel haben, aber schliesst sich doch wieder an, weil Rom nichts dagegen hat.»

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki sowie die Bischöfe Rudolf Voderholzer (Regensburg), Stefan Oster (Passau) sowie der damalige Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke hatten sich aus dem Reformprojekt Synodaler Weg zurückgezogen, weil sie die Einheit mit Rom gefährdet sehen.

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Mit Blick auf die allgemeine Situation der Kirche in Deutschland sagte van Megen: «Ich glaube nicht, dass es in absehbarer Zeit zu einer breiten Bekehrung der Bevölkerung kommt. Die Kirche hat eine Botschaft, klar, die Botschaft von Jesus Christus. Aber die Gesellschaft hat kein Interesse daran», so der Nuntius. «Und man sollte auch nicht die Illusion haben, wenn ich mich als Kirche nur genügend anpasse, dann rette ich es irgendwie. Das wird so nicht geschehen.»


Erzbischof Hubertus van Megen, Apostolischer Nuntius in Deutschland, am 15. September 2026 vor einem Gemälde des Künstlers Krystian Myszor in der Apostolischen Nuntiatur in Berlin. HINWEIS: Für jede Nutzung sind Rechte Dritter (Kunsturheberrecht) zu klären über die VG Bild-Kunst oder die für den Künstler zuständige Verwertungsgesellschaft. | © Gordon Welters/KNA
24. September 2026 | 06:00
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