Neue Priester in Sicht: Bistum Lugano freut sich über Nachwuchs
Alain de Raemy hat kürzlich drei Männern das Sakrament der Priesterweihe gespendet. Vier weitere Männer werden ihnen auf dem Weg zum Priester folgen. So viele Neupriester bekam das Bistum letztmals vor über mehr als zehn Jahren. Doch die Einheimischen machen sich rar.
Barbara Ludwig
Im Jahr 2011 wurden im Bistum Lugano acht Männer zum Priester geweiht. In den folgenden Jahren waren es jeweils zwischen einem bis höchstens fünf Männern. In fünf Jahren, nämlich 2012, 2015, 2019, 2021 und 2023 fanden gar keine Priesterweihen im Südzipfel der Schweiz statt. Dies zeigt die entsprechende Statistik des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts.
Sieben Weihen im September
Weihbischof Alain de Raemy, apostolischer Administrator der Diözese Lugano, hat am 7. September in der Kathedrale Lugano drei Männern das Sakrament der Priesterweihe gespendet. Es waren seine ersten Priesterweihen seit seiner Amtsübernahme im Oktober 2022. Gleichentags weihte er vier Männer zum Diakon.
Auch sie wollen Priester werden, teilt Sprecher Luca Montagner mit. Wann für sie der Tag der Priesterweihe kommt, ist offen. Dies werde der apostolische Administrator in Absprache mit den Ausbildnern und seinem Beratungsgremium entscheiden.
«Auch eine einzige Priester- oder Diakonenweihe ist immer ein kostbares Geschenk.»
Auf die Frage, ob das Bistum Lugano zufrieden sei mit der Anzahl Neupriester, die in den vergangenen Jahren geweiht wurden, meint Montagner: «Auch eine einzige Priester- oder Diakonenweihe ist immer ein kostbares Geschenk. Wir sind daher sehr glücklich und dem Herrn dankbar für das Geschenk von drei Priestern und vier Diakonen.»
Auf die Frage, ob im Tessin wie andernorts Priestermangel herrsche, antwortet er mit einem Jesus-Zitat aus dem Evangelium: In jeder Diözese sei die «Ernte gross, aber es gibt nur wenig Arbeiter». Aber im Vergleich mit anderen Diözesen in europäischen Ländern sei man der Meinung, dass «wir in Bezug auf die Anzahl der Priester und ihr Durchschnittsalter immer noch gut dastehen».
217 Priester auf 214’000 Katholiken
Nach Angaben von Montagner zählt das Bistum Lugano zurzeit 217 Priester, das Durchschnittsalter beträgt 70 Jahre. Im Bistum leben rund 214’000 Katholikinnen und Katholiken (2023).
Einheimischer Nachwuchs ist allerdings selten. Davide Santini (26) aus Vacallo, eine Gemeinde im Bezirk Mendrisio, ist der einzige Schweizer unter den Neupriestern. Santini hat sich bereits im Alter von 16, 17 Jahren entschieden, Priester zu werden, wie er dem Newsportal Tio.ch sagte.
Italiener dominieren
Die anderen beiden, Daniele Furlan – geboren und aufgewachsen in Locarno TI – und Daniele Tornelli, sind Italiener. Von den Männern, die die Diakonenweihe empfingen, stammen drei aus Italien und einer aus Brasilien, wie der Bistumssprecher mitteilt.
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