Gefährdete Kinder und Jugendliche erhalten in Patacamaya Mahlzeiten.
Schweiz

Missio Schweiz unterstützt pastoral-soziale Projekte in Bolivien

Im Oktober begeht die Kirche den Monat der Weltmission, der für weltweite Solidarität unter Katholikinnen und Katholiken steht. Dieses Jahr richtet Missio Schweiz den Blick nach Bolivien – und auf das Wirken eines Musikers und Kirchenbauers aus Baar.

Barbara Ludwig

Vor 100 Jahren hat Papst Pius XI. den Weltmissionssonntag ins Leben gerufen, der Katholikinnen und Katholiken über Länder und Kontinente hinweg verbindet. Erstmal rief er weltweit zum Gebet und zur Kollekte für die Mission auf, heisst es in einer Medienmitteilung von Missio Schweiz, dem Schweizer Zweig der päpstlichen Missionswerke in der Schweiz.

Heute ist der Sonntag der Weltmission die grösste Solidaritätsaktion der katholischen Kirche. Katholikinnen und Katholiken weltweit unterstützen damit kirchliche Arbeit in finanziell nicht selbstragenden Ortskirchen.

Der Weltmissionssonntag wird in der Schweiz jeweils am dritten Sonntag im Oktober begangen, dieses Jahr am 18. Oktober. Er ist Höhepunkt des Monats der Weltmission. Aktuell richtet Missio Schweiz den Blick nach Bolivien. In dem südamerikanischen Land sei die Kirche im sozialen Bereich noch immer einer der wichtigsten Akteure, schreibt die Organisation.

Hilfe für Obdachlose, Kinder und Jugendliche

Im Oktober stellt Missio Schweiz drei pastoral-soziale Projekte vor. In Oruro versorgt die Volksküche «Olla del Pobre» bedürftige und obdachlose Menschen und bietet medizinische Grundversorgung. In Patacamaya unterstützt ein «Comedor», eine Lebensmittelkooperative, gefährdete Kinder und Jugendliche mit Mahlzeiten und Begleitung. In Cochabamba ist ein Beratungs- und Begegnungsort für Jugendliche geplant.

«Soziales und Pastorales greifen in der bolivianischen Kirche ineinander», so das Communiqué.

Musiker und Kirchenbauer – Baarer Jesuit wirkte in Bolivien

Im Zusammenhang mit dem diesjährigen Schwerpunktland macht die Organisation auf einen Schweizer Jesuiten aufmerksam, der im 18. Jahrhundert im östlichen Tiefland von Bolivien wirkte: Martin Schmid (1694-1772). Der Baarer sei dort als «coadjutor espiritual» (deutsch: geistlicher Begleiter) eingesetzt worden. Schmid war demnach Musiklehrer. Er führte die polyfone Kirchenmusik ein, fertigte Orgeln, Geigen, Trompeten und Harfen an. Und er baute auch Kirchen.

Diese Kirchen seien keine Kopien europäischer Bauten gewesen, sondern hätten lokale Materialien und Bauformen aufgenommen, heisst es im Communiqué. Auch die Musik habe Schmid nicht als «unveränderten Import» verstanden.

«Europäische Kompositionstraditionen verbanden sich mit den Stimmen, Fähigkeiten und der musikalischen Praxis der Menschen vor Ort. Dieses Zusammenspiel ist ein Beispiel dafür, wie christliche Verkündigung in einer lokalen Kultur Gestalt annehmen kann.»

Musik von Martin Schmid wird aufgeführt

Dieses musikalische Erbe sei bis heute präsent. In ehemaligen Jesuitenmissionen bestehen demnach Musikschulen. Und die Barockmusik dieser Epoche gehöre weiterhin zum kulturellen Erbe der Region. Missio Schweiz stellt für den Monat der Weltmission ausgewählte Partituren aus diesem Bestand sowie liturgische Bausteine und Materialien für Pfarreien und Kirchenmusiker zur Verfügung. An verschiedenen Orten sind Gottesdienste und Kirchenkonzerte mit Musik von Martin Schmid geplant.

Weitere Informationen zu den Aktivitäten von Missio Schweiz während des Weltmissionsmonats finden sich hier.

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Gefährdete Kinder und Jugendliche erhalten in Patacamaya Mahlzeiten. | © Kelly Ledezma/Missio Schweiz
1. Oktober 2026 | 15:00
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