Martin Werlen
Schweiz

Martin Werlen lädt zur «Reformzelle für Pfarreien»

Der Einsiedler Pater Martin Werlen will mit einem Seminar in Pfarreien engagierte Menschen zu Kreativität anregen. Und damit gegen Festgefahrenes angehen. «Oft ist es genau das, was wir an den Heiligen bewundern», sagt der Propst von St. Gerold im Vorarlberg. Start ist am Sonntag.

Regula Pfeifer

Weshalb bieten Sie den Workshop «Reformzelle für Pfarreien» an?

Martin Werlen: Sehr viele Verantwortliche in Pfarreien – Seelsorgende, Pfarrgemeinderäte, Kirchgemeinderäte usw. – besuchen die Propstei und nehmen von hier Impulse mit. Viele Menschen finden den Weg in die Propstei, die nie an einer Pfarrei anklopfen würden. Die Zahl der Menschen, die mit uns Gottesdienste feiern, ist steigend. Wir werden immer wieder bewundert wegen unserer Kreativität. «Grossartig! Bei uns wäre das nie möglich!» Darauf antworte ich: «Bei uns auch nicht. Aber wir tun es.»

Initiieren Sie damit eine Basisbewegung?

Werlen: Ja, das kann man so sagen. Kirche ist eine Basisbewegung, die Gemeinschaft der Getauften. Wir wollen ermutigen, Kirche zu sein – unabhängig davon, welche Aufgaben wir da wahrnehmen.

«In jedem Menschen und in jeder Gemeinschaft steckt viel Kreativität.»

Wie sollen die Teilnehmenden zu den erwähnten sprudelnden Ideen kommen?

Werlen: In jedem Menschen und in jeder Gemeinschaft steckt viel Kreativität. Wir wollen anregen, diese zu entfesseln und ermutigen, sie in der Pfarrei lebendig werden zu lassen. Manchmal ist so vieles festgefahren, weil es an Kreativität fehlt. Es geht weiter, wie es immer war, obwohl das schon lange nicht mehr trägt. Der Austausch soll die eigene Situation mit neuem Blick betrachten lassen.

Wer animiert sie dazu – als Workshop-Leitende? Welche Fähigkeiten und Ausbildung bringen sie dafür mit?

Werlen: Ulrich Harbecke (Journalist und Autor, die Red.) und ich sind Getaufte. Wir sind beide recht kreativ. Und wir sind beide in Vergangenheit und Gegenwart in verschiedenen kirchlichen Einheiten eingebunden und an der Arbeit. Eine wichtige Rolle spielen Künstlerinnen und Künstler in ihrer Kreativität.

«Heilige haben in schwierigsten Situatione ganz neue Saiten zum Klingen gebracht.»

Das Problem liegt oft bei der Umsetzung von Ideen – und verschiedenen Hürden diesbezüglich. Werden auch dafür Lösungen gesucht?

Werlen: Das gehört selbstverständlich zur Kreativität. Das ist übrigens sehr oft genau das, was wir an den Heiligen bewundern. Sie haben in schwierigsten Situationen ganz neue Saiten zum Klingen gebracht. Denken wir zum Beispiel an den heiligen Franz von Assisi. Mit ihm werden wir übrigens auch die Reformzelle beginnen.

«Wir schauen mit einem liebevollen Blick auf die Baustellen in der Pfarrei.»

Was ist das Ziel der Veranstaltung?

Werlen: Mit einem liebevollen Blick auf die Baustellen in der Pfarrei schauen und miteinander kreativ an die Arbeit gehen. Mit diesem neuen wachen Blick wollen wir auch den Menschen ansteckend begegnen, mit denen wir zusammenarbeiten. Mit diesem Ziel darf ich auch die Zeitschrift «Gemeinsam Glauben» (Herder) herausgeben.

Link zum Seminar

Seminar «Reformzelle für Pfarreien»

Vom 19. bis 22. Januar 2025 findet in der Propstei St. Gerold das Seminar «Reformzelle für Pfarreien» statt. Dabei gehe es nicht darum, den Pfarreien zu sagen, was zu tun ist, schreibt Martin Werlen an kath.ch. «Vielmehr soll die Kreativität entfesselt werden, die in allen Pfarreien mehr oder weniger verborgen da ist. Es sollen sprudelnde Tage sein, die anstecken, ermutigen und bewegen. Eingeladen sind Engagierte in Pfarreien, die nicht einfach weitermachen wollen wie bisher.» (rp)


Martin Werlen | © Christian Merz
15. Januar 2025 | 17:00
Lesezeit : ca. 2  Min.
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