Schweiz

Maria 2.0 in der Schweiz: Veronika Jehle klebt Thesen an Bündner Kirchentür

Die Theologin Veronika Jehle springt auf die Welle von Maria 2.0 auf. Sie hat in Celerina GR den Thesenanschlag 2.0 an der Kirchentür befestigt. Als erste – und bisher einzige in der Schweiz.

Regula Pfeifer

Der «Thesenanschlag 2.0» der deutschen Frauenbewegung Maria 2.0 hat in der Schweiz eine erste Nachahmerin gefunden. Veronika Jehle hat ihn am Mittwoch an der Kirchentür der St. Antoniuskirche in Celerina GR befestigt.

Veronika Jehle, römisch-katholische Spitalseelsorgerin

Sie habe das Thesenpapier dort anbringen wollen, weil sie dort gerade Ferien mache, teilt die Theologin auf Anfrage mit. Ausserdem fühle sie sich «in einer katholischen Weltkirche diesbezüglich überall ein Stück weit ‹zu Hause›».

Veronika Jehle arbeitet in Zürich und Winterthur als Spitalseelsorgerin und Journalistin.

Exemplarische Aktion

Eine Wiederholung der Aktion vom Mittwoch ist nicht geplant. Sie habe den Thesenanschlag «exemplarisch an eine Kirchentür gehängt», so Jehle. Sie wolle damit klarstellen: «Diese Thesen gehören für mich dringend und ernsthafter als bisher auf die Agenda unserer Kirche.»

Über Chat davon erfahren

Franziska Driessen-Reding

Die Zürcher Synodalratspräsidentin Franziska Driessen-Reding hat von der Aktion über den Chat der Gruppe «Vielstimmig Kirche sein» erfahren. Dort habe Veronika Jehle das Foto gepostet. Ein paar Chat-Beteiligte hätten gesagt, sie könnten sich eine solche Aktion vorstellen – etwa am 8. März, als Teil der Aktion «Walk in her shoes». Zu dieser Aktion ruft das Catholic Women’s Council auf – als solidarisches Zeichen am Internationalen Tag der Frau.

Driessen-Reding glaubt aktuell nicht, dass daraus eine Schweizer Welle von Thesenanschlägen entsteht. Sie hat vor drei Tagen darauf aufmerksam gemacht – «ohne Resonanz», wie sie bedauert.

Die Österreicherin Veronika Jehle macht seit gut einem Jahr mit Aktionen von sich reden. Im Advent 2019 forderte sie am Zürcher Central – trotz klirrender Kälte – mit Transparenten Kirchenreformen ein. Später war sie treibende Kraft bei einer Online-Petition zugunsten des entlassenen Generalvikars Martin Kopp und einem Protestmarsch nach Chur.

Die Theologin Veronika Jehle befestigt die «Maria 2.0»-Thesen an die Kirchentür in Celerina. | © zVg
25. Februar 2021 | 14:17
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