Makaber oder gut gemeint?
Es könnte auch ein Wink mit dem Zaunpfahl sein, sich mit seinem Lebensende und seiner Nachfolge auseinanderzusetzen: Papst Franziskus hat diese Woche das Buch «Kleines Lexikon zum Lebensende» als Geschenk erhalten.
Ist das Geschenk eine Anspielung auf sein hohes Alter? Immerhin wird der Pontifex am 17. Dezember seinen 88. Geburtstag feiern. Und Spekulationen über seinen Gesundheitszustand gehören zu den beliebtesten Themen der Vatikanologen.
Allerdings sprüht Franziskus derzeit gerade vor Unternehmungslust. Eine Sommerpause hat er so gut wie gar nicht gemacht und die meiste Zeit im Vatikan verbracht. Und demnächst bricht er zur längsten Reise seines Pontifikats auf.
Geschenk von Erzbischof Vincenzo Paglia
Da wird er das Büchlein wohl noch eine Weile zur Seite legen. Erzbischof Vincenzo Paglia hatte es dem Papst bei einer Privataudienz letzte Woche im Vatikan überreicht. Doch Franziskus scheint ihm das Geschenk nicht übelgenommen zu haben, Fotos auf «X» zeigen eine freundliche Begegnung der beiden. Schliesslich ist das Lexikon eine Veröffentlichung der Päpstlichen Akademie für das Leben, der Paglia als Präsident vorsteht.
Der Inhalt spiegelt also letztlich die päpstlichen Positionen zum Lebensende. Die Themen «werden durch die Linse des katholischen Verständnisses dargestellt und sind durch mehrere grundlegende Lehren verbunden, wie die christliche Bedeutung von Leben, Tod, Freiheit, Verantwortung und Fürsorge», hiess es bei der Veröffentlichung.
Infos von Palliativmedizin bis Suizidbeihilfe
Das 84-seitige Nachschlagewerk ist erst Anfang Juli erschienen. Es liegt einzig auf italienisch vor und wird auch nur in Italien an die Bischöfe verteilt. In dem Lexikon geht es um Begriffe rund um Sterben und Tod. Von A wie Accompagnare (dt. Begleiten) über Künstliche Ernährung, Palliativmedizin, Koma, Organspende, Suizidbeihilfe bis zu T wie Trattamenti di sostengo vitale (dt. lebenserhaltende Massnahmen). Am Ende des Buches findet sich der Vordruck einer Patientenverfügung.
Mit dem Thema Vorsorge hat sich Franziskus bereits beschäftigt. Bekannt ist ein von ihm im vatikanischen Staatssekretariat hinterlegtes Rücktrittsschreiben. Damit verzichtet Franziskus auf sein Papstamt im Falle von schweren körperlichen Einschränkungen. Ausserdem hat er bereits verfügt, in der römischen Basilika Santa Maria Maggiore beigesetzt zu werden. (kath.ch/cic)
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