Schweiz

Koptischer Milliardär gestorben: Samih Sawiris trauert um seinen Vater

Der ägyptische Milliardär Onsi Sawiris ist am Dienstagmorgen im Alter von 90 Jahren gestorben. Er investierte massiv in ein Ferienresort in Andermatt im Kanton Uri. Dort kennt man vor allem seinen Sohn Samih Sawiris (64).

Der im oberägyptischen Sohag geborene koptisch-orthodoxe Christ Onsi Sawiris engagierte sich unter anderem für die akademische Förderung junger Ägypter, wie das koptisch-ägyptische Nachrichtenportal «Watani» berichtete.

Mit dem im Jahr 2000 gegründeten «Onsi-Sawiris-Stipendienprogramm» habe er rund 80 ägyptischen Frauen und Männern ein Studium an renommierten Universitäten in den USA ermöglicht mit dem Ziel, «die akademische Entwicklung und die Charakterbildung junger Ägypter zu erleichtern».

Tourismus, Computer- und Mobilfunkdienste

Sawiris, 1930 geboren, studierte zunächst Landwirtschaft in Kairo, bevor er in den 1950er Jahren eine Strassen- und Kanalbaufirma gründete, die 1961 unter Präsident Gamal Abdel Nasser verstaatlicht wurde.

Die Familie ging zunächst nach Libyen und kehrte in den 1970er Jahren nach Ägypten zurück. Sawiris gründete erneut eine Baufirma, die später durch Expansion in den Bereichen Tourismus, Computer- und Mobilfunkdiensten zu einem der grössten Unternehmen Ägyptens wurde, das heute von seinen drei Söhnen geleitet wird.

Investition in der Schweiz

2009 erfolgte der Spatenstich für Sawiris Tourismusprojekt Andermatt Swiss Alps. Auf einem ehemaligen Militärgelände errichtete Sawiris ein Urlaubszentrum mit Hotels, Ferienhäusern, Ferienwohnungen, einem 18-Loch-Golfplatz, Geschäften sowie einem Sport- und Freizeitzentrum mit Eissporthalle und Hallenbad.

Pfarrer Marzell Camenzind (links) auf dem Sessellift, dritter von links Samih Sawiris, der Sohn des Verstorbenen.

In der Schweiz trat vor allem der Sohn des Verstorbenen Samih Sawiris auf. Er suchte auch den Kontakt zur lokalen Bevölkerung, etwa zum Kapuziner Marzell Camenzind. (kath.ch/kna)


Samih Sawiris | © KEYSTONE/Justin Hession
29. Juni 2021 | 18:13
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