Mariano Delgado
Schweiz

Kirchenhistoriker Delgado verabschiedet sich an Canisius-Tagung von der Uni Freiburg

Der Kirchenhistoriker Mariano Delgado (70) organisiert zusammen mit einem Innsbrucker Kollegen eine Tagung über Petrus Canisius (1521-1597), der vor 100 Jahren heiliggesprochen wurde. Bei der Veranstaltung im Juni wird Delgado seine Abschiedsvorlesung halten.

Die Tagung findet vom 5. bis 7. Juni an der Universität Freiburg (Schweiz) statt. Unter dem Titel «Petrus Canisius, Heiliger und Kirchenlehrer des Ultramontanismus. Bedeutung und Resonanz» werden 16 Spezialisten aus der Schweiz und dem Ausland referieren, heisst es in einer Medienmitteilung.

Anlass der Tagung sind das 100-Jahr-Jubiläum der Heiligsprechung von Petrus Canisius und seine Erhebung zum Kirchenlehrer durch den damaligen Papst am 21. Mai 1925. Dieser habe ihn in der Enzyklika «Militantis Ecclesia» zum 300. Todestag als «Zweiten Apostel Deutschlands» nach Bonifatius bezeichnet, so die Mitteilung. «Diese Ereignisse markieren die kirchliche Resonanz im Ultramontanismus und feiern Canisius als Säule gegen den Protestantismus in deutschsprachigen Ländern.»

Als Vertreter der katholischen Reform gefeiert

Der Jesuit sei als Katechet, Prediger, geistlicher Schriftsteller und Vertreter der katholischen Reform in der Zeit vor und nach dem Konzil von Trient (1545-1563), «als halb Europa dem Protestantismus nachlief», gefeiert worden. Canisius wirkte ab 1580 in Freiburg, wo er das Kollegium St. Michael gründete. Seine sterblichen Überreste befinden sich heute in der Kathedrale Freiburg.

Die kommende Tagung unterscheide sich von der bisherigen Forschung «durch einen dezidiert interdisziplinären Zugriff und die Konzentration auf die Bedeutung und Resonanz der Ereignisse des Jahres 1925 in der katholischen und protestantischen Welt», heisst es im Programm.

Gottesdienst und Musik in der Kathedrale

Die Tagung endet am Samstag, 7. Juni, mit einer feierlichen Messe in der Freiburger Kathedrale St. Nikolaus, einem Wirkungsort des Predigers. In dem Gottesdienst wird die Canisius-Messe des Schweizer Komponisten und Priesters Joseph Bovet gespielt und gesungen.

Abschiedsvorlesung zur Dynamik der Kirchengeschichte

Organisiert wird die Tagung vom Freiburger Professor und Kirchenhistoriker Mariano Delgado (70) gemeinsam mit dem Innsbrucker Kirchenhistoriker Mathias Moosbrugger. Im Rahmen der Tagung verabschiedet sich Delgado von der Universität Freiburg, wo er seit 1997 als ordentlicher Professor für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte und seit 2008 als Direktor des Instituts für das Studium der Religionen und den interreligiösen Dialog wirkt. Am Freitagabend, 6. Juni, hält er seine Abschiedsvorlesung mit dem Titel «So wie es ist, kann es nicht bleiben. Zur Dynamik der Kirchengeschichte».

Delgados Forschungsschwerpunkte sind unter anderem Kirchengeschichte als Missionsgeschichte, christliche Religions- und Kulturgeschichte, politische Theologien im 16. Und 20. Jahrhundert sowie der interreligiöse Dialog. Der aus Spanien stammende Theologe ist auch ein Experte der spanischen Mystik. (bal)

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Mariano Delgado | © Raphael Rauch
28. Mai 2025 | 12:00
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