Junge Synodenteilnehmer am 5. Oktober in der Audienzhalle im Vatikan | © KNA
Vatikan
Junge Synodenteilnehmer am 5. Oktober in der Audienzhalle im Vatikan | © KNA

Katholische Kirche bittet um neues Vertrauen bei Jugendlichen

Rom, 29.10.18 (kath.ch) Vor dem Hintergrund des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche haben die Bischöfe einer Synode im Vatikan um Vertrauen bei Jugendlichen geworben. In einem Brief an junge Katholiken weltweit schrieben sie: «Möge unsere Schwachheit Euch nicht entmutigen, und mögen unsere Schwächen und Sünden kein Hindernis für Euer Vertrauen sein.» Das Schreiben, das sie als «Wort der Hoffnung» bezeichneten, wurde am Sonntag zum Abschluss des Bischofstreffens in mehreren Sprachen veröffentlicht.

Die Bischöfe versprachen jungen Christen zugleich Rückhalt bei deren Reformwünschen. Die Kirche wolle sie «auf neuen Wegen» begleiten, «wo der Wind des Geistes stärker weht und den Nebel der Gleichgültigkeit, Oberflächlichkeit und Entmutigung wegfegt». Die Kirche und die Welt brauchten dringend den Enthusiasmus der Jugendlichen. «Werdet zu Begleitern der Schwächsten, der Armen, der vom Leben Verwundeten», schrieben die Bischöfe.

Botschaft während Messe vorgetragen

Synoden-Generalsekretär Kardinal Lorenzo Baldisseri trug die Botschaft bei einer Messe mit Papst Franziskus zum Abschluss der Synode im Petersdom vor. An der am 3. Oktober eröffneten Versammlung zum Thema «Jugend, Glaube und Berufungsunterscheidung» hatten rund 270 Bischöfe aus aller Welt sowie 36 junge Katholiken unter 30 Jahren als sogenannte Auditoren teilgenommen.

In ihrer am Samstagabend veröffentlichten Schlussbotschaft machten die Bischöfe Missbrauchs- und Finanzskandale als einen Grund für den Glaubwürdigkeitsverlust der Kirche aus. Selbstkritisch bemängeln sie auch die Unfähigkeit kirchlicher Amtsträger, auf Jugendliche einzugehen, eine fehlende Verständlichkeit der katholischen Lehre sowie Autoritätsdenken und Beharren auf Leitungskompetenz. (cic)

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