Kardinal Schönborn stellt «grosse Einmütigkeit» zur Frauenbeteiligung fest
Rom, 27.10.18 (kath.ch) Für den Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn ist «die Frage der Abstimmung durch Nicht-Bischöfe, weil es eben eine Bischofssynode ist, ein offenes Thema». Dass die Beteiligung von Frauen bei einer Synode grösser werden müsse, darüber bestehe «grosse Einmütigkeit», so Schönborn in einem Interview des CIC am Freitag. Mit dem Instrument einer Vorsynode habe Papst Franziskus die Beteiligung anderer Personengruppen, vor allem der Betroffenen, aber schon verbessert.
Insgesamt sei die am Sonntag zu Ende gehende Jugendsynode «die beste» gewesen, die er bisher erlebt habe. Das habe vor allem an den offenen Erfahrungsberichten der jugendlichen Auditoren gelegen. «Es ist am meisten gelacht worden, es war ein unglaublich herzliches Klima. Allein die Tatsache, dass 270 Bischöfe aus aller Welt drei Wochen lang jungen Menschen zuhören, ist für mich modellhaft», so der Kardinal, der bereits an fünf Bischofssynoden teilgenommen hat. Zudem sei die Arbeitsmethode deutlich besser geworden.
Zu den genauen Auswirkungen der Synode könne er jetzt noch nichts sagen, so Schönborn weiter. Es werde sicher einen nachsynodalen Prozess geben – in einzelnen Ländern, Diözesen, aber auch weltweit. So habe auch die Familiensynode «tiefgreifend einiges verändert». «Es ändert sich der Blick auf Lebenssituationen», so Schönborn.
Begleitung Junger weniger priesterzentriert
Für die Kirche in Österreich sieht der Wiener Erzbischof «noch nicht das ganze Potenzial ausgeschöpft». Dort schaue man «noch zu sehr auf Organisationen» und habe «ein grosses Defizit bei der persönlichen Begleitung junger Menschen». Wichtig sei es, Begleitung – menschlich wie geistlich – nicht mehr so priesterzentriert zu sehen. Die Frage, wie Jugendliche andere Jugendliche begleiten können, sei ein zunehmend wichtiges Thema. (cic)
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