Burke kritisiert «synodalen Weg» der Deutschen
Scharfe Kritik am «synodalen Weg» der katholischen Kirche in Deutschland hat der US-amerikanische Kurienkardinal Raymond Burke geübt. Die «Katholizität der katholischen Kirche» stehe auf dem Spiel, warnt Burke.
«Was mich betrifft, muss dieser synodale Weg in Deutschland gestoppt werden, bevor er unter den Gläubigen grösseren Schaden anrichtet», sagte Burke dem US-Internetporal «First Things» (27. September).
Entstehung nationaler Kirchen befürchtet
Zwar bestünden die Deutschen darauf, dass das Projekt nicht gestoppt werden könne. «Aber wir sprechen über die Rettung von Seelen, was bedeutet, dass wir jede nur mögliche Massnahme ergreifen müssen», so Burke weiter.
Der von den deutschen Bischöfen und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken beschrittene Weg führe am Ende zu «einer Gruppe nationaler Kirchen, jede mit eigenen Vorlieben bei Lehre und Disziplin», so Burke weiter. Damit stehe «genau die Katholizität der katholischen Kirche auf dem Spiel».
Drohende Spaltung auch durch Amazonas-Synode
Ähnlich beurteilt Burke die anstehende, von Papst Franziskus einberufene Amazonas-Synode, deren Agenda der US-Amerikaner massgeblich von Deutschen mitgeprägt sieht. Auch diese Sondersynode drohe die katholische Kirche mit ihrem «einen Glauben, einem Sakramentensystem und einer Disziplin in der ganzen Welt» zu spalten.
Kardinal Raymond Burke (71) ist einer der vier Kardinäle, die Papst Franziskus’ Lehrschreiben «Amoris laetitia» über Ehe und Familie von 2016 öffentlich kritisiert haben. Der frühere Erzbischof von Saint Louis und ehemalige Präfekt der Apostolischen Signatur gilt als Wortführer Franziskus-kritischer Kardinäle und Bischöfe.
Deutsche Antwort auf Missbrauchsskandal
Der von den deutschen Bischöfe im Frühjahr beschlossene «verbindliche synodale Weg» soll vor allem die Themen Macht, kirchliche Sexualmoral und Lebensform der Priester behandeln. Unter Mitarbeit von katholischen Laien und externen Experten wollen die Bischöfe ihre Positionen zu diesen Fragen klären. Der Missbrauchsskandal hatte die Kirche in eine Vertrauenskrise gestürzt, in der Rufe nach Reformen lauter wurden. (cic)
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