Vatikan

Jugendliche sollen an Jugendsynode mitreden dürfen

Feldkirch, 24.7.17 (kath.ch) Die Jugendsynode im Oktober 2018 soll nicht ein Gespräch der Bischöfe der Weltkirche über Jugendliche sein, vielmehr sollen Jugendliche selbst zu einem aktiven Teil der Synode werden – und zwar dezidiert auch kirchenferne: Das betonte der Generalsekretär der Bischofssynode, Kurienkardinal Lorenzo Baldisserri, in einem Interview für die aktuelle Ausgebe des Vorarlberger «KirchenBlatts».

Von zentraler Bedeutung für die Vorbereitung der Synode sei laut Baldisseri entsprechend auch der interaktive Fragebogen für die Jugendlichen, der seit zwei Wochen auch auf Deutsch aufrufbar ist (www.youth.synod2018.va). Erste Rückmeldungen würden indes zeigen, dass «Jugendliche nicht vor den Türen der Synode bleiben» wollten, so Baldisseri. «Es soll nicht sein, dass Bischöfe über Jugendliche anstatt mit Jugendlichen sprechen. Und es geht uns auch hier nicht ausschliesslich um Jugendliche, die der katholischen Kirche angehören, es geht uns – und das ist mir wichtig – um alle Jugendlichen.»

Jugendliche würden als Hörer an der Synode teilnehmen. Es gebe die «Interventi», in denen die teilnehmenden Jugendlichen vor der ganzen Versammlung sprechen könnten. «Und es wird – wie bei der Familiensynode auch – auch in kleineren Gruppen gearbeitet werden. Auch hier sollen sich die Jugendlichen einbringen und mitdiskutieren», kündigte Baldisseri an.

Papst Franziskus spricht Sprache der Jugendlichen

Das Sprechen über und miteinander solle unter Zulassung der Sprache der Jugendlichen erfolgen, «zumindest wollen wir das», sagte der Kardinal: «Natürlich, die Vorbereitungsdokumente wurden von Fachleuten in ihrer Fachsprache verfasst. Gleichzeitig haben wir aber auch eine Website eingerichtet, die sich in ihrer Sprache an Jugendliche richtet. Wir bemühen uns immer wieder, die Sprache der Jugend zu treffen beziehungsweise eine Sprache zu finden, die von allen akzeptiert und verstanden werden kann.» Das gelte auch für die Sprache, zu der Papst Franziskus immer wieder finde. Denn seine Sprache sei einerseits auf einem sehr hohen Niveau, andererseits «doch nicht zu abstrakt intellektuell».

«Sie suchen das Transzendente geradezu»

Die Jugend verfüge laut Baldisseri über eine wichtige Eigenschaft, die Erwachsene oftmals verlernt hätten: «Sie blicken ins Weite. Sie wollen bis an die Ränder des Horizonts sehen. Sie sehen über das, was rein der Welt gehört, hinaus. Sie suchen das Transzendente geradezu.» Entsprechend wolle man bei den Synodenberatungen auch auf die Jugendlichen hören und «den Kontakt zu den Jugendlichen herstellen und stabilisieren».

Ziel: Ehrlichkeit und Offenheit

Das Ziel sei daher «Ehrlichkeit, Offenheit». Das gelte nicht nur für jene Jugendlichen, «die quasi zum internen Kreis der Kirche zählen, sondern vor allem für die, die uns fern stehen». Ihre Zahl sei gross – und «wir müssen und wollen mit allen reden, wenn uns das gelingt. Das wäre mein Traum für die Synode», sagte Baldisseri. (kap)

Jugend | © pixabay.com ZJWZPRZ CC0
24. Juli 2017 | 15:33
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