Klaus Mertes | © Regula Pfeifer
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Klaus Mertes | © Regula Pfeifer

Jesuit Klaus Mertes für Missbrauchsaufarbeitung geehrt

Freiburg, 16.5.19 (kath.ch) Für das Aufdecken und Aufarbeiten sexueller Gewalt in der katholischen Kirche Deutschlands hat Klaus Mertes die Ehrendoktorwürde der Universität Freiburg im Breisgau erhalten. Die Theologische Fakultät zeichnete den 64-Jährigen am Mittwochabend «für die hartnäckige Arbeit an der Aufklärung des Missbrauchsskandals» aus.

«Er hat nicht nur durch sein praktisches Engagement, sondern massgeblich auch durch seine theologischen Analysen die systemischen Gründe des Skandals aufgedeckt», so Laudator Magnus Striet. Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger erklärte, er habe die Ehrung von Mertes unterstützt, «als Ausdruck der Anerkennung seines Mutes, auch gegen Widerstände beharrlich für Aufklärung einzutreten».

2010 Missbauchsfälle öffentlich gemacht

Missbrauch dürfe in der Kirche keinen Platz haben, so der Bischof. Es sei auch das Verdienst von Mertes, «dass wir uns heute unserer Verantwortung für die Opfer sexuellen Missbrauchs stärker bewusst sind und alles tun, um den Betroffenen gerecht zu werden und neue Vorfälle zu verhindern».

Mertes machte 2010 als damaliger Leiter der Berliner Jesuitenschule Canisius-Kolleg Fälle von Missbrauch öffentlich. Damit stiess er eine breite Debatte an, die bis heute nicht abgeschlossen ist. Inzwischen ist Mertes Direktor der Jesuitenschule Sankt Blasien im Schwarzwald. Er hält bundesweit Vorträge und publiziert zu Fragen von Missbrauchsaufarbeitung und Prävention. (kna)

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