Irische Ordensfrau wird Leiterin der Päpstlichen Missionswerke
Papst Leo XIV. überträgt Mary Teresa Barron ab 2027 eine zentrale Führungsaufgabe in der weltweiten Missionsarbeit der katholischen Kirche. Barron war früher Präsidentin der Generaloberinnen-Union. Als irische Missionarin stehe sie in einer Tradition, die so viel zum Leben der Weltkirche beigetragen habe, sagte sie.
(KAP) Papst Leo XIV. hat am Donnerstag die irische Ordensfrau Mary Teresa Barron zur beigeordneten Sekretärin des Dikasteriums für die Evangelisierung ernannt. Sie wird in dessen Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen tätig sein. Zugleich übertrug er der 57-Jährigen die Präsidentschaft der Päpstlichen Missionswerke. Barron wird ihre neuen Aufgaben am 4. Januar 2027 übernehmen.
Leiterin der Missionierung
Mit ihrer Ernennung übernimmt Barron die Leitung der Päpstlichen Missionswerke, die aus vier Werken bestehen: dem Werk für die Glaubensverbreitung, der Kindermissionsbewegung, dem Werk des heiligen Apostels Petrus und der Missionsunion. Die Einrichtungen fördern die missionarische Bewusstseinsbildung und unterstützen die Evangelisierung sowie junge Ortskirchen weltweit.
Barron wurde am 7. November 1968 im Nordwesten Irlands gelegenen Küstenort Donegal geboren. Sie studierte in Dublin öffentliche Gesundheitsverwaltung und internationale Entwicklung, ehe sie bei den Missionsschwestern Unserer Lieben Frau von den Aposteln eintrat. Die 1876 gegründete, weltweit tätige Ordensgemeinschaft ist besonders in Afrika aktiv.
Ostafrika- und Leitungserfahrung
Die designierte Präsidentin der Missionswerke verfügt auch über eigene Missionserfahrung. Während ihrer Ausbildung war sie in Nigeria tätig, später arbeitete sie als Ordensfrau in Tansania, unter anderem in der Pfarreiseelsorge, in der Jugend- und Frauenarbeit sowie in HIV/AIDS-Projekten.
Seit 2018 ist Barron Generaloberin der Kongregation und wurde 2023 für eine weitere fünfjährige Amtszeit bestätigt. Von 2022 bis 2025 war sie zudem auch Präsidentin von Sedos, einer in Rom ansässigen Einrichtung zur Dokumentation und Erforschung weltweiter Missionsarbeit. Von 2023 bis 2025 leitete sie ausserdem die Internationale Vereinigung der Generaloberinnen (UISG).
Überrascht von Ernennung
Gegenüber dem irischen Portal «DonegalLive» (Donnerstag) bezeichnete Barron die Ernennung als völlig unerwartet. Dass mit ihr erstmals eine Frau an der Spitze der Päpstlichen Missionswerke stehe, sehe sie als eine Aufgabe, die «grösser ist als ich selbst» sei.
Zugleich sei es aber auch eine Anerkennung des grossen Beitrags von Frauen – Ordensfrauen wie Laiinnen – zur missionarischen Tätigkeit der Kirche. Tausende seien ihr «vorausgegangen und haben den Weg für unser missionarisches Engagement von einer Generation zur nächsten bereitet».
Ihre Ernennung sah Barron auch in Zusammenhang mit der langen irischen Missionsgeschichte. «Als irische Missionarin bin ich mir besonders bewusst, dass ich in einer bemerkenswerten Tradition stehe, die so viel zum Leben der Weltkirche beigetragen hat», sagte sie. Irische Missionare hätten über Generationen in Afrika, Asien, Lateinamerika, Ozeanien und anderen Regionen gewirkt, Schulen und Krankenhäuser aufgebaut und lokale Kirchen unterstützt.
Nachfolgerin italienischer Erzbischöfe
Barron folgt auf den italienischen Erzbischof Samuele Sangalli, der zuletzt als Präsident der Päpstlichen Missionswerke tätig war. Sangalli wurde 2024 zum beigeordneten Sekretär des Dikasteriums für die Evangelisierung in der Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen ernannt.
Zuvor hatte Erzbischof Emilio Nappa die Präsidentschaft der Missionswerke inne. Er wurde im Dezember 2022 in dieses Amt berufen und wechselte 2025 als Generalsekretär zum Governatorat der Vatikanstadt. Vor Nappa stand Erzbischof Giovanni Pietro Dal Toso an der Spitze der Missionswerke; Papst Franziskus ernannte ihn Anfang 2023 zum Apostolischen Nuntius in Jordanien.
Hier geht es zur › Bestellung einzelner Beiträge von kath.ch.




