Lesotho: In den Distrikten Butha Buthe und Mokhotlong betreibt SolidarMed zwei mobile Einheiten, die regelmässig entle­gene Dörfer anfahren und dort umfassende Basisgesundheitsdienste anbie­ten.
Schweiz

Einsatz von «Miva transportiert Hilfe» erreichte über 800’000 Menschen

Was aus einer persönlichen Tragödie vor fast 100 Jahren entstand, erreicht heute Hunderttausende: Die Organisation finanziert Transportmittel, damit Unterstützung verlässlich bei den Menschen ankommt.

Jacqueline Straub

Das Hilfswerk Miva hat im vergangenen Jahr mit seinen Projekten mehr als 800’000 Menschen erreicht. Durch gezielte Investitionen in Transportmittel stellt die Organisation sicher, dass Unterstützung auch in abgelegene und schwer zugängliche Regionen gelangt.

Kenia: Das von Ordens­schwestern geführte Assisi Nursing Home bietet der Bevölkerung eine unverzichtbare medizinische Grundversorgung.
Kenia: Das von Ordens­schwestern geführte Assisi Nursing Home bietet der Bevölkerung eine unverzichtbare medizinische Grundversorgung.

Die Zahl wurde an der Vereinsversammlung vom 5. Mai in Wil mit der Verabschiedung des Jahresberichts bestätigt. Sie steht für Menschen, die dank der geförderten Projekte Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung oder ausreichender Ernährung erhalten.

Die hohe Reichweite unterstreicht die Wirkung der Projekte und zeigt, wie entscheidend Mobilität in der Entwicklungszusammenarbeit ist. In vielen Regionen des Globalen Südens ist Hilfe grundsätzlich vorhanden, bleibt jedoch aufgrund grosser Distanzen oder fehlender Transportmöglichkeiten oft unerreichbar. Genau hier setzt Miva an: Die Organisation finanziert gezielt Transportmittel für lokale Partnerorganisationen, damit Unterstützung verlässlich bei den Menschen ankommt.

44 Projekte in 15 Ländern

Im Jahr 2025 unterstützte Miva 44 Projekte in 15 Ländern und investierte rund 800’000 Franken in Transportmittel. Die finanzierten Fahrzeuge ermöglichen es unter anderem, Kinder regelmässig zur Schule zu bringen, Patientinnen und Patienten rechtzeitig medizinisch zu versorgen oder Hilfsgüter zuverlässig zu verteilen. «Mobilität ist kein Nebenaspekt, sondern die Voraussetzung dafür, dass Hilfe wirkt», sagt Präsident Felix Bischofberger in einer Medienmitteilung.

SBK ruft zu Spenden auf

In einem Aufruf der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) zur Unterstützung von Miva, der am 1. Mai veröffentlich wurde, heisst es, dass das Hilfswerk Miva seit über 90 Jahren einen wichtigen Beitrag erbringt, um «Leiden zu mindern und nachhaltige und langfristige Hilfe zu leisten».

Schweizer Bischofskonferenz mit Bischof Charles Morerod (Mitte) als Präsidenten, März 2026
Schweizer Bischofskonferenz mit Bischof Charles Morerod (Mitte) als Präsidenten, März 2026

Durch geeignete Transport- und Kommunikationsmittel stellt das Hilfswerk «lebensnotwendige Verbindungen» her. Gleichzeitig fördert es damit die Hilfe zur Selbsthilfe. «Transport- und Kommunikationsmittel bedeuten Austausch und Begegnung, zwei wichtige Komponenten für die Entwicklung in armen, abgelegenen Gegenden der Welt», so die Mitteilung der SBK.

Gemeinsam mit Pfarreien, Diözesen und Partnerorganisationen in Afrika, Lateinamerika und Asien setzt sich Miva für bessere Lebensbedingungen ein und wirkt der verbreiteten Perspektivlosigkeit entgegen. Dieses Engagement ist jedoch auf Spenden angewiesen – weshalb die SBK empfiehlt, das Hilfswerk mit «grosszügiger Unterstützung» zu fördern.

Pater Paul Schulte
Pater Paul Schulte

Die Wurzeln der Organisation reichen fast ein Jahrhundert zurück: 1925 verlor der deutsche Pater Paul Schulte, ein leidenschaftlicher Pilot, in Südafrika einen engen Freund. Dessen Tod infolge eines Insektenstichs – begünstigt durch fehlende Transportmöglichkeiten – wurde zum Auslöser für eine Idee, die ihn nicht mehr losliess.

Mit dem Ziel, geeignete Fahrzeuge für die Missionsarbeit bereitzustellen, gründete er 1927 in Deutschland Miva. Wenige Jahre später kam es in der Schweiz zu einer prägenden Begegnung: Im Studentenhof der Stiftsschule Einsiedeln traf Schulte auf Schüler katholischer Gymnasien. Diese liessen sich von seiner Vision inspirieren und gründeten am 5. September 1932 die Schweizer Miva.

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Miva hat heute ihren Sitz in Wil. Von hier aus koordiniert ein Team die weltweite Projektarbeit. Getragen wird die Organisation von Spenderinnen und Spendern aus der ganzen Schweiz.


Lesotho: In den Distrikten Butha Buthe und Mokhotlong betreibt SolidarMed zwei mobile Einheiten, die regelmässig entle­gene Dörfer anfahren und dort umfassende Basisgesundheitsdienste anbie­ten. | © Miva
6. Mai 2026 | 15:00
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