Heiligsprechung von Artemide Zatti wirft keine grossen Wellen in der Schweiz
Papst Franziskus hat eine besondere Beziehung zu Artemide Zatti, den er am Sonntag heiligspricht. In der Schweiz ist der argentinische Salesianer allerdings nicht bekannt. Seine Heiligsprechung beschäftigt auch die Schweizer Salesianer nicht allzu sehr.
Barbara Ludwig
Am kommenden Sonntag wird der Argentinier Artemide Zatti (1880-1951) heiliggesprochen, zusammen Giovanni Battista Scalabrini. Scalabrini ist durch die Tätigkeit der Scalabrini-Missionare in der Schweiz bekannt. Der Name Artemide Zatti hingegen dürfte den meisten Katholikinnen und Katholiken hierzulande nichts sagen.
Der Schweizer Salesianer Toni Rogger (74) aus Beromünster LU bestätigt die Vermutung auf Anfrage: «Zatti hat keine grosse Bedeutung für die Schweiz.» Das habe auch damit zu tun, dass der Salesianer-Orden in der Schweiz nicht so bekannt sei.
Mehr Aufmerksamkeit durch Heiligsprechung
In der Schweiz leben laut Rogger zurzeit neun Salesianer, vier in Beromünster und fünf in Lugano. Es sei immer eine Auszeichnung für einen Orden, wenn ein Mitbruder heiliggesprochen werde, so Toni Rogger. Man kenne Zatti und wisse um sein Engagement in der Krankenpflege. «Aber ich habe keine innere Beziehung zu ihm, obschon ich selber Reisen nach Argentinien unternommen und Orte besucht habe, an denen er wirkte.»
Aus der Schweiz werde niemand zur Heiligsprechung in Rom reisen, so der Pater. Zatti sei vor allem für Argentinien sehr wichtig. Allerdings werde die Heiligsprechung dazu führen, dass der Laienbruder innerhalb des weltweit tätigen Ordens mehr Aufmerksamkeit erhalte. «Kommenden Sonntag werden auch wir uns im Gottesdienst sein Leben vor Augen führen», sagt Toni Rogger.
Der Salesianer-Orden engagiert sich insbesondere für benachteiligte und bedürftige Kinder und Jugendliche. Toni Rogger ist Vorsitzender der «Don Bosco Jugendhilfe Weltweit».
Auswanderung nach Argentinien
Artemide Zatti stammte aus Norditalien. 1897 wanderte er mit seiner Familie nach Argentinien aus. Dort kam er in Kontakt mit den Mitgliedern des Salesianerordens. Später trat er in den Orden ein, in dem er zeitlebens Laienbruder blieb.
Artemide Zatti soll auf die Fürbitte Mariens von einer Tuberkuloseerkrankung geheilt worden sein. Anschliessend widmete er sein Leben der Krankenpflege. Das hatte er der Gottesmutter versprochen für den Fall, dass er geheilt würde. Zatti arbeitete nach seiner Heilung in der Apotheke eines Spitals, dessen Leitung er 1911, nach dem Tod des verantwortlichen Arztes, übernahm.
Jorge Mario Bergoglio bekam Hilfe von Zatti
Das Schicksal des Migranten verbindet Zatti mit Papst Franziskus, dessen Eltern ebenfalls aus Norditalien nach Lateinamerika auswanderten. Für den Papst hat Zatti deshalb eine besondere Bedeutung, wie die österreichische Nachrichtenagentur «Kathpress» am 27. September meldete.
Jorge Mario Bergoglio habe vor Jahrzehnten als Leiter der argentinischen Jesuiten-Provinz Artemide Zatti als Fürsprecher für neue Laienberufungen im Gebet angerufen und prompt Unterstützung erhalten. Dies geht laut «Kathpress» aus einem Brief von Bergoglio aus dem Jahre 1986 an den Salesianer Bruno Cayetano hervor. Demnach sollen innerhalb eines Jahrzehnts 23 neue Laien-Brüder in den Jesuiten-Orden eingetreten sein.
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