Carlo Acutis.
Schweiz

Haarlocke des «Cyber-Apostels» – Neuenburger Pfarrei erhält Reliquie von Carlo Acutis

Ab dem 6. September wird die Pfarrkirche von Peseux NE eine Reliquie von Carlos Acutis beherbergen. Die Pfarrei segnet an diesem Tag eine Statue von Acutis, in der eine Haarlocke von ihm aufbewahrt werden soll. Die Feier findet ein Jahr nach der Heiligsprechung des italienischen Teenagers statt.

(cath.ch) Seit einiger Zeit widmet die Pfarrei «Notre-Dame-de-Compassion» in Peseux dem heiligen Carlo Acutis (1991-2006) und seiner tiefen Liebe zur Eucharistie besondere Aufmerksamkeit, wie die römisch-katholische Kirche Neuenburg in einem Communiqué mitteilt.

Delegation holte Reliquie in Assisi

Nach der Heiligsprechung des italienischen Teenagers am 7. September 2025 unternahm Pfarrmoderator Petru Popa – mit Unterstützung des Pfarreirates – die notwendigen Schritte, um eine Reliquie des jungen Heiligen zu erhalten. Dessen Leichnam wurde 2019 exhumiert und liegt seit 2020 in einem Glasschrein in der Kirche Santa Maria Maggiore in Assisi.

Eine Frau und ein Mann fotografieren mit ihren Smartphones den Leichnam von Carlo Acutis in der Kirche Santa Maria Maggiore in Assisi am 3. Oktober 2020.
Eine Frau und ein Mann fotografieren mit ihren Smartphones den Leichnam von Carlo Acutis in der Kirche Santa Maria Maggiore in Assisi am 3. Oktober 2020.

Nach der Zustimmung der zuständigen Behörden reiste am 15. Juni 2026 eine kleine Delegation aus Peseux nach Assisi, um die Reliquie in Empfang zu nehmen. Es handelt sich um eine Haarlocke des Jugendlichen. Sie wird in eine Holzstatue des Heiligen eingelassen.

Schüler und Schulranzen werden ebenfalls gesegnet

Mit dieser Aktion möchte sich die Pfarrei unter den Schutz des heiligen Carlo Acutis stellen und sich von seinem Glaubenszeugnis inspirieren lassen. Am Sonntag, dem 6. September 2026, wird die Pfarrei anlässlich des ersten Jahrestags der Heiligsprechung von Acutis einen Festtag begehen. Bei der Messe wird die Reliquie offiziell in Empfang genommen und die neue Reliquienstatue gesegnet. In diesem Gottesdienst werden zudem die Schülerinnen und Schüler, die das neue Schuljahr beginnen, und ihre Schulranzen gesegnet.

Auf der Webseite der Pfarrei äussert sich Petru Popa zur bevorstehenden Installation der Reliquie und zur Reliquienverehrung. Auch wenn die Reliquienverehrung «heute als veraltete und abergläubische Frömmigkeit erscheinen mag, gewissermassen als ‹altmodisch› … Warum misst die Kirche den Reliquien, die sie als absolut wertvoll erachtet, auch heute noch eine so grosse Bedeutung bei?», fragt er.

«Sieg des Lebens über den Tod»

Und antwortet: «Wenn wir die Reliquien der Märtyrer und Heiligen sorgfältig bewahren und den Leichnam aller Verstorbenen mit Respekt behandeln, dann deshalb, weil die Kirche an die Auferstehung des Fleisches glaubt (Mgr. J. Perrier). Tatsächlich ist das Christentum kein Totenkult, sondern die Verkündigung des Sieges des Lebens über den Tod.» (Übersetzt aus dem Französischen und adaptiert von bal)

Erster Heiliger des Internet-Zeitalters

Carlo Acutis starb 2006 im Alter von 15 Jahren an Krebs. 2020 wurde er seliggesprochen. Schon als Kind beeindruckte Carlo durch eine tiefe Religiosität. So besuchte der Junge täglich die Messe und entwickelte eine ausgeprägte Liebe zur Eucharistie. Und er zeigte eine aussergewöhnliche Begabung für Informatik. Als 11-Jähriger begann Carlo Acutis, ein Online-Verzeichnis weitweiter eucharistischer Wunder zu erstellen. Am 7. September 2025 wurde der Teenager heiliggesprochen. Er gilt als erster Heiliger des Internet-Zeitalters. (bal)

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Carlo Acutis. | © Associazione Amici di Carlo Acutis
14. Juli 2026 | 12:00
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