Alessandra Zumthor, Direktorin des «Giornale del Popolo»  | © zVg
Schweiz
Alessandra Zumthor, Direktorin des «Giornale del Popolo» | © zVg

Grounding der letzten katholischen Tageszeitung der Schweiz

Lugano, 17.5.18 (kath.ch) Die letzte verbliebene katholische Tageszeitung der Schweiz macht am Samstag dicht. Dies teilt der Bischof von Lugano, Valerio Lazzeri, am Donnerstag mit. Der Bischof ist Herausgeber des «Giornale del Popolo».

Lazzeri hat am Donnerstagmorgen die Mitarbeitenden des «Giornale del Popolo» getroffen und ihnen die Schliessung und das diesbezügliche Vorgehen bekannt gegeben.

Folge von Publicitas-Debakel

Die Schliessung der Zeitung steht in Zusammenhang mit der laufenden Liquidation des Werbevermarkters Publicitas in Opfikon ZH, wie das Bistum mitteilt. Das «Giornale del Popolo» lebte zu einem grossen Teil von den Einkommen aus der Werbung. Diese fielen aufgrund von tiefgreifenden Problemen bei der Publicitas aus.

Schlechte Zahlungsmoral

Publicitas war in Schieflage geraten, nachdem immer mehr Verlage die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen beendet hatten, wie der «Tages-Anzeiger» am 11. Mai schreibt. Die Verlage monierten die schlechte Zahlungsmoral des Werbevermarkters. Infolgedessen musste dieser am 11. Mai beim Bezirksgericht Bülach Konkurs anmelden.

Bilanzen deponiert

Diese Situation habe nun den Herausgeber des «Giornale del Popolo» dazu gezwungen, die Bilanzen beim Bezirksgericht Lugano zu deponieren, erklärt das Bistum Lugano. Dies ist am Donnerstag geschehen.

Die Tageszeitung beendet seine publizistische Tätgkeit bereits in zwei Tagen. Ab dem 19. Mai werde nichts mehr veröffentlicht werden, lässt Lazzeri verlauten. Am Freitag wird zum letzten Mal publiziert.

Suche nach Lösungen für Betroffene

Den von der Schliessung betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dankte der Bischof für ihr grosszügiges und lang anhaltendes Engagement. Im Moment werden Lösungen gesucht, um die Folgen der erzwungenen Betriebsschliessung weniger schwerwiegend zu gestalten, heisst es seitens des Herausgebers. Sobald die Fragen geklärt seien, würden die Mitarbeitenden zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.

Für die katholische Nachrichtenagentur catt.ch habe die Schliessung vorläufig keine Folgen, teilt Redaktionsleiterin Cristina Vonzun auf Anfrage mit.

Das «Giornale del Popolo» ist die einzige verbliebene katholische Tageszeitung der Schweiz. Sie existierte seit 92 Jahren. (catt.ch/Übersetzung rp)

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