Schweiz

Generalvikar Kopp: Bischof kann Pfarrer nicht einfach wegbefördern

Altdorf UR, 12.2.15 (kath.ch) Bischof Huonder könne dem Pfarrer von Bürglen nicht einfach die Missio entziehen, sagte Generalvikar Kopp gegenüber dem «Urner Wochenblatt». Ausserdem rät er davon ab, mit Urnern auf Konfrontationskurs zu gehen. Er bedauert, dass die Zeitung, welche den Fall publik machte, vor der Publikation nicht mit ihm als direktem Vorgesetzten des Pfarrers Kontakt aufgenommen habe.

«Der Bischof hat rechtlich nicht die Handhabe, einen Pfarrer einfach wegzubefördern», zitiert das «Urner Wochenblatt» (11. Februar) Generalvikar Kopp. Auch wenn sich Wendelin Bucheli weigere zu demissionieren, könne ihm der Bischof von Chur nicht einfach so die Missio entziehen. Dem Pfarrer stünde zudem offen, an Rom zu appellieren. Ein Amtsenthebungsverfahren dauere in der Regel Jahre.

Kopp lobt Bucheli als «ausserordentlich guten, geschätzten und bewährten Pfarrer und Seelsorger», wie er zu einem früheren Zeitpunkt gegenüber kath.ch sagte. Daran habe er den Bischof mehrfach erinnert. Der für die Urschweiz zuständige Generalvikar hatte gegenüber kath.ch erklärt, er sei in den Entscheid von Bischof Huonder, Wendelin Bucheli wegen der Segnung eines lesbischen Paares in sein Heimatbistum Freiburg-Lausanne-Genf zu versetzen, «in keiner Weise einbezogen worden».

Kopp spricht gegenüber dem Urner Wochenblatt von einer «sehr speziellen Kommunikation», wenn Chur proaktiv ein ausgesuchtes Presseorgan kontaktiere, wie dies am vergangenen Wochenende der Fall gewesen sei, um sein Handeln der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Die «NZZ am Sonntag» zitiere ausschliesslich den Sprecher des Bischofs von Chur mit den Worten aus dem Brief an den betroffenen Pfarrer, sagte Kopp am Donnerstag gegenüber kath.ch.

Morerod: Priester werden alle paar Jahre versetzt

Kopp glaubt noch aus anderen Gründen, dass der Pfarrer von Bürglen nicht so rasch gehen wird: «Wenn man mit Urnern auf Konfrontationskurs geht, hat man keine Chance», sagte der Generalvikar gegenüber dem Schweizer Fernsehen SRF (Schweiz aktuell, 11. Februar).

Charles Morerod, Bischof von Freiburg, Lausanne und Genf, nahm in der Fernsehsendung ebenfalls Stellung. Mit der Segnung eines lesbischen Paares habe Bucheli das Kirchenrecht verletzt. «Das ist nicht das, was man normalerweise in der katholischen Kirche tut. Das sollte er wissen», so Morerod wörtlich gegenüber SRF über Bucheli.

Zwar könne er verstehen, dass ein Seelsorger versuche, allen zu helfen. Doch wenn man eine solche Segnung tolerieren würde, hätten jene Priester ein Problem, die sich weigerten, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen. Darum hätten Huonder und er Bucheli die Demission nahegelegt. Es sei normal, dass Priester nach ein paar Jahren versetzt würden. Morerod gibt aber dennoch zu, dass er nichts beschliessen könne, was ein anderes Bistum betreffe. (sys/gs)

Pfarrer Wendelin Bucheli an der Kirchenratssitzung vom 9.2.2015 in Bürglen UR (v.l.n.r. Pfarrer Wendelin Bucheli, Seelsorger René Deiss, Kirchenratsvizepräsident Peter Vorwerk und Kirchenratspräsidentin Susanne Bätscher-Planzer) | © 2015 zVg
12. Februar 2015 | 17:58
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