Kardinal Ouellet (links) und Bischof Bätzing an der Synode in Prag, 2023
Vatikan

Gegner des Synodalen Wegs: Kardinal Marc Ouellet wird 80

Der Kanadier Marc Ouellet war 13 Jahre lang ein mächtiger Kardinal im Vatikan. Seine Zeit als Chef der Bischofsbehörde endete vor einem Jahr. Nun wird er 80 und verliert seine restlichen Ämter.

Marc Ouellet, Kurienkardinal aus der kanadischen Provinz Quebec, wird am Sonntag (8. Juni), 80 Jahre alt. Damit erlischt sein Recht, an einer Papstwahl teilzunehmen, und er verliert das Mitspracherecht in den Behörden der römischen Kurie.

Von Papst Benedikt XVI. noch ernannt

Mit Ouellet geht einer der letzten noch von Papst Benedikt XVI. ernannten Kurienkardinäle in den Ruhestand. Bis April 2023 leitete er die mächtige Behörde für die Bischofsernennungen in vielen Teilen der Welt. Danach widmete er sich Kongressen über die Zukunft des Priestertums in der katholischen Kirche.

Anzeige ↓ Anzeige ↑

In Deutschland wurde Ouellet vor allem durch seine Warnungen gegen einige Entscheidungen des Reformprojekts Synodaler Weg bekannt.

Gegen Gründung eines gemischten Gremiums

Gemeinsam mit den Kardinälen Pietro Parolin und Luis Ladaria wandte er sich vor allem gegen die Gründung eines gemischten Gremiums in Deutschland, in dem künftig Bischöfe und Laien gemeinsam über die Zukunft der Kirche entscheiden würden. Immer wieder betonte er in Briefen und Gesprächen, dass dies der hierarchischen Verfassung der auf das Apostelamt gegründeten Kirche widerspreche.

Frauen warfen ihm Berührungen vor

Zwischenzeitlich geriet Ouellet in die Schlagzeilen, weil mehrere Frauen in Kanada ihm vorwarfen, er habe sie vor etlichen Jahren gegen ihren Willen berührt. Ouellet bestritt die Vorwürfe und strengte seinerseits eine zivilrechtliche Verleumdungsklage an. Eine kirchenrechtliche Voruntersuchung endete mit einer Nichtanklage. (kna)


Kardinal Ouellet (links) und Bischof Bätzing an der Synode in Prag, 2023 | © Björn Steinz/KNA
31. Mai 2024 | 15:00
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!