Pater Aaron grüsst bei Sonnenaufgang zum 1. August
Die 1. August-Feier auf dem Grossen Mythen fand bei Sonnenaufgang statt und der Redner war erstmals kein Politiker.
Eugen Koller*
Mit der Brunni- oder Rotenfluebahn liessen sich rund 150 Personen in der Morgenfrühe auf die Rotenflue oder die Holzegg fahren und stiegen mit Stirnlampen auf den rund 500 Meter höher gelegenen Grossen Mythen. Noch ehe die Sonne ihre Pracht ganz entfaltete, ergriff der 41-jährige Einsiedler Vikar und Benediktinerpater Aaron Brunner auf dem Gipfel mit dem wunderbaren Panorama das Wort.
Grossvater und seine Holztrinkflasche
In seiner 1. August-Ansprache, die erstmals kein Politiker hielt, erinnerte er sich an die Aufstiege auf seinen Walliser Hausberg, auf dem sein Grossvater am Nationalfeiertag die Holztrinkflasche in die Runde reichte und für guten Zusammenhalt plädierte.
«Diese Worte waren nicht leere Versprechen, wie sie heute in der Welt so üblich sind.» Aaron Brunner rühmte die Einzigartigkeit der Schweiz und erinnerte an den Mundartsong, in dem unsere Berge, die Schokolade, der Wein, die vielfältigen Landschaften und Seen besungen werden.
«Zusammenhalt ist wichtig»
«Wenn wir in den sozialen Medien die Bilder betrachten, könnte der Eindruck entstehen, wir hätten immer Ferien und würden nur die Sonnenseiten geniessen. Aber es gibt auch schwierige Zeiten und dann sind der Zusammenhalt und ein Halt wichtig und tragend.» Der Festredner erinnerte in luftiger Höhe, dass auch die Sicherheit instabil wurde und «nur drei Flugstunden von hier entfernt ein schrecklicher Krieg herrscht.»
Pater Aaron versteht unser Heimweh, wenn wir in der Fremde sind, denn «wir dürfen stolz auf unser Land sein» und gleichzeitig dankbar sein für Menschlichkeit und die Gastfreundschaft, die er auch auf dem Gipfel erlebe. Seine unpathetischen Worte kamen bei Jung und Alt an und erhielten einen langanhaltenden Applaus.
*Eugen Koller arbeitet als Spitalseelsorger im Spital Schwyz und ist Mantelredaktor des Pfarrblattes Uri Schwyz.
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