Freiheitspreis für Papst
Zum Jubiläum seines Geburtslandes wird der Papst nicht anreisen, sondern Migranten auf Lampedusa besuchen. Doch am Vorabend des 250. Geburtstags der USA bekommt Leo XIV. dort einen Preis und hält eine Rede – von Rom aus.
(CIC) Papst Leo XIV erhält am 3. Juli, Vorabend des 250. Geburtstags der USA, die Freiheitsmedaille des National Constitution Center in Philadelphia. Im Rahmen der Preisverleihung wird er eine Ansprache halten, die vom Vatikan aus live nach Philadelphia und in die ganze Welt übertragen wird, wie die Organisation auf ihrer Website ankündigte.
Der erste US-Amerikaner im Papstamt wird demnach «für sein lebenslanges Engagement für die Förderung religiöser Freiheit sowie Freiheit des Gewissens und der Meinungsäusserung weltweit» mit der «Liberty Medal» ausgezeichnet. Die private Trägerorganisation verleiht die Medaille zum 38. Mal. Zu den früheren Preisträgern gehörten Nelson Mandela, Michail Gorbatschow und Kofi Annan sowie mehrere US-Präsidenten und Verfassungsrichter.
Einsatz für Glaubens- und Meinungsfreiheit
In der vom Preiskomitee veröffentlichten Begründung heisst es, mit der Auszeichnung solle der lebenslange Einsatz von Robert Prevost/Leo XIV. für die Verteidigung von Glaubens-, Gewissens- und Meinungsfreiheit gewürdigt werden. Diese seien von den Vätern der US-Verfassung im Ersten Verfassungszusatz («First Amendment») festgeschrieben worden.
Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Gesellschaft, Judentum, Christentum und Islam werden über die Bedeutung von Religions- und Gewissensfreiheit sprechen, hiess es. Unter ihnen ist auch der katholische Erzbischof von Philadelphia, Nelson J. Pérez.
Papst bei Migranten statt in den USA
Die Tatsache, dass der erste US-Amerikaner im Papstamt nicht an den Feierlichkeiten anlässlich des 250. Unabhängigkeitstags seines Geburtslandes teilnehmen wird, hatte für Diskussionen gesorgt.
Vatikansprecher Matteo Bruni erklärte am 8. Februar vor Journalisten, der Papst plane entgegen anderslautenden Spekulationen im laufenden Jahr keine Reise in sein Heimatland. Kurz darauf kündigte der Vatikan an, Leo werde am 4. Juli die süditalienische Insel Lampedusa besuchen. Papst Franziskus (2013-2025) war am 8. Juli 2013 auf die Mittelmeerinsel vor der nordafrikanischen Küste gereist, auf der alljährlich Tausende Migranten landen.
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