Frauenweihe doch noch ein Thema für den Papst?
Der Papst halte die Tür für das Frauendiakonat offen, soll Kardinal Victor Fernandez am Donnerstag an einem Treffen mit Synodalen hinter verschlossenen Türen gesagt haben. Nicht «ob» sei die Frage, sondern «wann».
Kurienkardinal Fernandez widersprach Medienberichten, wonach Papst Franziskus entschieden habe, dass Frauen in der katholischen Kirche definitiv nicht zum Diakonat zugelassen werden können. Der Papst habe die Tür zum Frauendiakonat nicht geschlossen, so der Präfekt des Glaubensdikasteriums laut Teilnehmern des Treffens zwischen Fernandez und etwa 80 Synodalen.
Was bei der Begegnung gesagt wurde, ob nun eine Diskussion stattfand und wie die Stimmung war, ist noch unklar. Fernandez hatte das Treffen anberaumt, nachdem ihm zunächst von Synodenteilnehmern Dialog-Verweigerung vorgeworfen worden war, weil er einem Treffen der Arbteitsgruppe zur Frauenfrage fern geblieben war.
Unklare Kommunikation bei der Synode
Am Montag hatte Fernandez bei der im Vatikan tagenden Weltsynode eine Erklärung verlesen. Darin hieß es, der Standpunkt des Papstes zum Frauendiakonat sei bekannt. Franziskus halte die Frage zum jetzigen Zeitpunkt «noch nicht für reif». Diese Worte waren in mehreren Medienberichten und auch von kirchlichen Würdenträgern und Synodeteilnehmenden als eine klare Absage an ein Frauendiakonat gelesen worden.
Bei der Weltsynode hatten sich mehrere Teilnehmer, darunter Bischöfe, mit Nachdruck für eine Öffnung des Diakonenamts für Frauen ausgesprochen. In Pressekonferenzen am Rande der Synode erklärten auch zwei afrikanische Erzbischöfe, die als Kritiker weitreichender Reformvorschläge gelten, dass sie eine Zulassung von Frauen zum Diakonat mittragen würden, wenn diese vom Papst gebilligt werde. (kna)
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