Erzbischof Burger in Einsiedeln: «Bei Maria spielen Herkunft und Hautfarbe keine Rolle»
Der deutsche Erzbischof Stephan Burger wurde als Festprediger zum Pontifikalamt nach Einsiedeln eingeladen. In seiner Predigt ging er auf die Schwarze Madonna ein – und äusserte einen Wunsch: Dass jene, die «ihr Heil in einer völkisch-nationalen Abgrenzung suchen» sich an Maria orientieren.
Jacqueline Straub
Beim festliches Pontifikalamt in der Klosterkirche Einsiedeln predigte am Sonntagmorgen Stephan Burger, Erzbischof des deutschen Bistums Freiburg. «Dieser steht als Oberhirte dem Heimatbistum von gleich drei Einsiedler Mönchen vor und seine Anwesenheit bei der äusseren Feier des Hochfestes der Gottesmutter von Einsiedeln ist deshalb eine besondere Ehre», heisst es hierzu auf der Website des Klosters.
Erzbischof Stephan Burger hat zudem einen familiären Bezug zu den Benediktinern: Sein jüngerer Bruder Tutilo Burger ist Abt der deutschen Benediktiner-Erzabtei Beuron im Donautal.
Rauch und Russ
In seiner Festpredigt ging er auf die Schwarze Madonna ein und fragte sich, warum diese in Einsiedeln verehrt wird. «Ich denke, die Mönche wissen darüber Bescheid. Ich selber habe mir darüber kaum Gedanken gemacht.» In Vorbereitung auf den Besuch in der Schweiz hat er sich intensiver damit beschäftigt und herausgefunden, dass im Laufe der Jahrhunderte Rauch und Russ die Muttergottesdarstellung geschwärzt haben «bis hin zu einer endgültigen schwarzen malerischen Fassung von 1799».
Weltweit gibt es weitere Marienfiguren in schwarzer Fassung, sagte der Erzbischof. «Jede Kultur, in der das Christentum Fuss fassen konnte, kennt Mariendarstellungen in den jeweiligen Ausprägungen von Land und Leuten.» Gnadenbilder haben eine je ganz besondere Anziehungskraft und eine besondere Botschaft für die dortige Bevölkerung.
Maria zeigt Jesus, den Erlöser und Retter, so Erzbischof Stephan Burger. «Das Gnadenbild in Einsiedeln hat dieselbe Aufgabe. Maria zeigt uns ihren Sohn in aller Hoheit, Würde und Pracht. Maria hält uns Christus entgegen, den Sohn Gottes. Es gehört zu ihrem Wesen ihres mütterlichen Daseins von Anbeginn uns Christus zu zeigen. Und es ist derselbe Christus, der uns seine Mutter zur Mutter gegeben hat.» Es ist ein Vermächtnis seiner Liebe. Maria wird zur Mutter der Kirche – und für alle, die sich ihrem Sohn verbunden fühlen.
Göttliche Gerechtigkeit
«Ich würde mir wünschen, dass diese Erkenntnis all jenen neu ins Bewusstsein käme, die sich gerade in gegenwärtiger Zeit daran machten, ihr Heil in einer völkisch-nationalen Abgrenzung zu suchen.» Bei Maria spielen Herkunft und Hautfarbe keine Rolle, machte der Erzbischof klar.
Wer sich der göttlichen Gegenwart aussetze, werde durch die «Strahlen der göttlichen Gerechtigkeit und Liebe» versengt und werde dadurch befähigt, immer mehr den negativen Einflüssen der Welt standzuhalten, so der Freiburger Erzbischof. «Wir vertrauen dieser Mutter, unabhängig davon, in welcher Hautfarbe sie uns entgegenkommt.»
Maria bleibe die faszinierende Frau, die in ihrer klaren und festen Haltung zum Willen Gottes die Heilsgeschichte geprägt und ermöglicht hat, predigte Erzbischof Stephan Burger. Er begegne der Muttergottes als «kostbarste Monstranz, die je geschaffen wurde».
Zum Schluss betonte er, dass es die Berufung aller sei, Christusträgerin und Christusträger zu sein. Zu dieser will Maria die Menschen ermutigen und befähigen.
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