Menschen beten am 23. Februar 2025 mit Rosenkränzen in den Händen für Papst Franziskus vor dem Gemelli-Krankenhaus in Rom (Italien).
Vatikan

Erstes öffentliches Vatikan-Gebet für Papst Franziskus

Papst Franziskus liegt seit elf Tagen in der römischen Gemelli-Klinik. Wie ernst es um ihn steht, zeigt ein Gebetsaufruf des Vatikans. Ab sofort soll jeden Abend eine Rosenkranz-Andacht auf dem Petersplatz stattfinden. Das Kirchenoberhaupt erhält Genesungswünsche aus aller Welt.

Sabine Kleyboldt

Am elften Tag seines Klinikaufenthalts kämpft Papst Franziskus weiter mit einer komplizierten Infektion der Atemwege und der Lunge. Die Nacht sei gut verlaufen, der Patient ruhe sich weiter aus, habe trotz seiner Krankheit «gute Laune» und derzeit wohl keine starken Schmerzen, hiess es am Montag aus dem Vatikan. Das 88-jährige Kirchenoberhaupt ernähre sich «normal» und folge seinen Therapien. Zuvor wurde von einem anfänglichen Nierenversagen berichtet, das jedoch unter Kontrolle sei.

Erstmals Gebetsaufruf aus dem Vatikan

Der Zustand des betagten Patienten gilt weiter als «kritisch». Es wird wohl der längste Klinikaufenthalt der bisherigen Amtszeit von Papst Franziskus. Aufgrund seiner Darm-Operation verbrachte er im letzten Jahr elf Tage in der Klinik, genauso lang liegt er an diesem Montag im Krankenhaus.

Genesungswünsche für Papst Franziskus vor dem Gemelli-Krankenhaus am frühen Abend in Rom (Italien) am 15. Februar 2025.
Genesungswünsche für Papst Franziskus vor dem Gemelli-Krankenhaus am frühen Abend in Rom (Italien) am 15. Februar 2025.

Nach Gebetsaufrufen von Italienischer Bischofskonferenz und Bistum Rom, lädt der Vatikan am Montag erstmals zur Rosenkranz-Andacht auf dem Petersplatz. Ab sofort sollen jeden Abend um 21 Uhr die in Rom ansässigen Kardinäle mit den Mitarbeitern der Weltkirchen-Leitung und des Bistums für die Gesundheit des Papstes beten. Den Vorsitz am ersten Abend übernimmt die Nummer Zwei des Vatikans, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin.

Genesungswünsche aus aller Welt und der Schweiz

Weiter erreichen den Papst Genesungswünsche aus aller Welt. Die Schweizer Bischofskonferenz betet für eine baldige Genesung von Papst Franziskus. Und sie lädt « alle Gläubigen in der Schweiz ein, sich ihnen im Gebet anzuschliessen».

Bischof Joseph Bonnemain
Bischof Joseph Bonnemain

Der Bischof von Chur, Joseph Maria Bonnemain, hatte bereits am Sonntag über Facebook eindringlich und öffentlich zum Gebet für Papst Franziskus aufgerufen: «Beten wir für Papst Franziskus, beten wir jetzt für ihn, beten wir für ihn ununterbrochen, beten wir für den Heiligen Vater wirklich intensiv.» Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Georg Bätzing schrieb am Montag im Kurznachrichtendienst X, er bete für Franziskus.

Fake-Fotos und angebliche Todesmeldungen

Unterdessen kursieren insbesondere in Sozialen Medien angebliche Fotos von Franziskus im Krankenbett sowie vermeintliche Todesmeldungen. Ebenso wird seit Tagen über einen möglichen krankheitsbedingten Rücktritt des Kirchenoberhaupts sowie einen Nachfolger debattiert.

Was Kardinal Hollerich respektlos findet

Der Luxemburger Kardinal Jean-Claude Hollerich nannte es in der italienischen Tageszeitung «La Stampa» vom Montag «schrecklich», wenn Kardinäle, Bischöfe und Priester schon über ein Konklave nachdächten, während der Papst am Leben sei. «Ich finde es zutiefst respektlos, dass es Menschen gibt, die sich in dieser Zeit mehr um die Zukunft der Kirche als um die Gesundheit des Bischofs von Rom sorgen.»

Kardinal Jean-Claude Hollerich.
Kardinal Jean-Claude Hollerich.

Eine Entscheidung über einen Rücktritt könne nur der Papst selbst treffen, erteilte er Spekulationen eine Absage. «Ich persönlich sehe in ihm einen geistlichen und pastoralen Führer von grosser Kraft, auch in körperlichen Schwächen», sagte der Luxemburger Erzbischof, der als ein Vertrauter des Papstes gilt. Franziskus sei nicht nur Oberhaupt der Kirche, «sondern ein Vater für uns alle».

Roms Bürgermeister betet für Franziskus

Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri bekundete seine Verbundenheit mit dem Papst, für den er bete. «Wir vertrauen auf seine aussergewöhnliche Energie», sagte er am Montag in Rom. «Ich war froh zu wissen, dass er auch heute gut gelaunt ist, wir brauchen ihn. Wir drücken ihm alle die Daumen.»

Von Signalen für eine leichte Entwarnung berichtete die Cousine des Papstes, Carla Rabezzana (93). Ein Verwandter in Rom habe die Möglichkeit gehabt, Franziskus in der Klinik kurz zu sehen, sagte sie der Tageszeitung «La Repubblica». Der Papst sehe gut aus und wirke gelassen. (cic/bal)

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Menschen beten am 23. Februar 2025 mit Rosenkränzen in den Händen für Papst Franziskus vor dem Gemelli-Krankenhaus in Rom (Italien). | © KNA
24. Februar 2025 | 17:20
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