Weihbischof Marian Eleganti | © Marsch fürs Läbe
Schweiz
Weihbischof Marian Eleganti | © Marsch fürs Läbe

Eleganti sieht Zusammenhang zwischen Missbrauch und Homosexualität

Dietikon ZH/Dublin, 26.8.18 (kath.ch) In einem Interview mit dem privaten katholischen TV-Sender EWTN sagte der Churer Weihbischof Marian Eleganti, 90 Prozent der Missbrauchsfälle in Pennsylvania beträfen nicht Kinder, sondern Teenager und stünden somit im Zusammenhang mit einer homosexuellen Veranlagung. Eleganti äusserte sich am Freitag am Rande des Weltfamilientreffens in Dublin.

Eleganti stellt eine Liberalisierung der Einstellung zu Homosexualität seit den 68er Jahren fest und wertet es als «sehr positiv, dass wir jeden Menschen mit grossem Respekt annehmen» und jeden in seiner Würde achteten, ihm begegneten ohne ihn zu richten.

«Aber dieser Missbrauchskandal zeigt halt doch: Es hängt mit der Homosexualität zusammen», so Eleganti im Video. Wenn man den Bericht über Pennsylvania anschaue, müsse man, so habe er gelesen, doch sagen, «90 Prozent stehen in einem direkten Zusammenhang mit einer homosexuellen Veranlagung und Neigung». Denn die Opfer seien nicht Kinder, sondern Heranwachsende und Seminaristen im Alter von 16 oder 17 Jahren gewesen. «Es wäre blind zu leugnen, dass wir da nicht ein Problem haben in der Kirche mit der Homosexualität, dass die Homosexualität da eine Rolle spielt.»

 

Er verweist auf Papst Franziskus, der vor kurzem gesagt habe, Menschen «mit einer tief sitzenden homosexuellen Neigung» sollten nicht ins Priesterseminar aufgenommen werden. Solche Aussagen müssten auch zur Kenntnis genommen werden.

Mehr Nüchternheit in der Betrachtung von Homosexualität

Aufgrund dieser Ausführungen schlägt Eleganti eine nüchternere Betrachtung von Homosexualität vor, «bevor wir die Homosexualität als eine ebenso wertvolle Variante der Schöpfung anschauen wie die heterosexuelle Ehe.» Man müsse sehen, dass da noch ganz andere Dinge im Spiel seien, «denen wir uns stellen müssen.»

Externe Kommissionen gefordert

Eleganti verlangt zudem externe Kommissionen für die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen im kirchlichen Umfeld. «Es müssen Leute ans Werk, die untersuchen, warum man das gedeckt hat, warum nicht kommuniziert, warum nicht gehandelt wurde.» Die Wahrheit darüber müssten alle aushalten, der Papst, die Bischöfe und die Kardinäle. Dies sei zwar eine grosse Erschütterung, aber das beinhalte auch die Möglichkeit zu einer Reinigung.

«Wie wichtig ist für mich Keuschheit?»

Der Churer Weihbischof fordert aber auch, dass jeder Einzelne mit seiner Biografie über die Bücher müsse: «Wie stehe ich zu Gott? Wie lebe ich mein Priestertum? Wie lebe ich den Zölibat? Wie wichtig ist für mich die Keuschheit? Wie kann ich sie richtig leben, um ein Mann Gottes zu sein?»

Marian Eleganti äusserte sich am 24. August am Rande des Weltfamilientreffens in Dublin, wo er auf die Missbrauchsfälle angesprochen wurde, die den Papstbesuch in Dublin überschatten. (sys)


Weihbischof Eleganti setzt am Weltfamilientreffen auf Begegnungen

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