E-Mail- und Telefonseelsorge rüsten wegen Corona auf

Der Corona-Virus verunsichert die Menschen. Die Anfragen bei Telefon- und Internet-Seelsorgestellen steigen. Diese bauen ihr Angebot aus, achten aber gleichzeitig darauf, dass die Qualität des Angebots nicht sinkt.

Die Dargebotene Hand reagiert auf die verstärkten Anfragen. Der Ausbau der Aktivitäten wird zurzeit koordiniert. Zudem bemüht sich «Telefon 143», wie die Nummer der Dargebotenen Hand lautet, um Subventionen des Bundes, wie die Geschäftsführerin der Organisation, Sabine Basler, gegenüber kath.ch erklärte.

Die Anfragen zum Coronavirus hätten zugenommen. «Wir haben sehr viele Menschen, die uns wegen Alltagssorgen anrufen, und dazu gehört – wie bei uns allen – auch die Sorgen rund um diese Entwicklung», erklärte Basler weiter.

Verlässliche Zahlen fehlen noch

Seit dem 4. März würden die Anfragen zum Corona-Virus statistisch erfasst. Verlässliche Zahlen würden aber erst in einigen Tagen vorliegen. Bis dann sollen die zwölf Regionalstellen der Zentrale aktualisierte Zahlen schicken. Allein in den letzten Tagen (Stand Montag) hätten im Kanton Zürich, die Stadt Winterthur nicht mitgerechnet, 421 Personen den Telefondienst kontaktiert.

Bei der Dargebotenen Hand handelt es sich um einen Zusammenschluss von zwölf lokal und regional verankerten, unabhängigen Organisationen unter einem gesamtschweizerischen Dachverband.

Die E-Mail-Seelsorge rekrutiert ebenfalls

Auch auf dem Portal www.seelsorge.net ist die Nachfrage angestiegen, sagt die Geschäftsleiterin Martina Rychen. Seelsorge.net ist ein Lebenshilfe-Angebot der reformierten und katholischen Kirchen der Schweiz. Aktuell würden sich zwanzig ehrenamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger darin teilen, Menschen in schwierigen Lebenssituationen über E-Mail zu beraten.

Die aktuelle Anzahl Freiwilliger sei zum aktuellen Zeitpunkt ungenügend, erklärte Rychen gegenüber kath.ch. Es sei schwierig abzuschätzen, ob die Nachfrage noch weiter steigen werde. «Wir rechnen aber damit.»

Aus diesem Grund rekrutiere die Organisation weitere ehrenamtliche Seelsorger. Gesucht würden erfahrene und ausgebildete Personen, die den hohen Ansprüchen der Internet-Seelsorge genügen müssten. Deswegen sei die Rekrutierung schwierig und könne nicht überstürzt vorgenommen werden. (gs)

17. März 2020 | 16:08
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