Jugendliche an kirchlichem Konzert | © Oliver Sittel
Vatikan
Jugendliche an kirchlichem Konzert | © Oliver Sittel

Die vatikanische Vorsynode mit Jugendlichen in Rom in Daten und Fakten

Rom, 15.3.18 (kath.ch) Bei einer Bischofssynode haben in erster Linie Bischöfe etwas zu sagen. Damit bei der Bischofssynode im Oktober über die Jugend nicht nur (meist) ältere Männer zu hören sind, versucht der Vatikan, schon vorher junge Menschen zu Wort kommen zu lassen. Eine Gelegenheit dazu ist die «Vorsynode der Jugendlichen» vom 19. bis 24. März in Rom.

Roland Juchem

Dabei sollen rund 300 junge internationale Teilnehmer, darunter Angehörige anderer Religionen und Nichtglaubende, ein Dokument erarbeiten, das auch Gegenstand der Beratungen der Bischöfe im Oktober sein soll. Eröffnet wird das Treffen mit einer Rede von Papst Franziskus und einem Gespräch von Jugendlichen mit ihm.

Montag: Diskussionsbeginn

Bei dem Treffen befassen sich die Teilnehmer, darunter drei aus der Schweiz, eine Österreicherin und rund zehn aus Deutschland, mit drei grossen Themenfeldern. Zu diesen gibt es je eigene Leitfragen. So geht es in den Gesprächszirkeln und Vollversammlungen einmal um die Lebenssituationen junger Menschen.

Dann soll eruiert werden, wie junge Menschen über Glaube und Kirche denken. Der dritte Themenbereich fragt, was die Kirche für junge Menschen tun, wie sie diese erreichen kann, sowie umgekehrt, was Jugendliche für die Kirche tun können.

Mittwoch: Entwurf eines Papiers

Nach einer Arbeitsphase in Sprachgruppen soll am Mittwoch ein Entwurf des Schlussdokuments vorgestellt werden, der anschliessend wiederum in kleinen Kreisen diskutiert wird. Zudem können die einzelnen Gruppen dem vatikanischen Synodensekretariat je eigene Vorschläge unterbreiten.

Samstag: Abstimmung

Die Abstimmung über das gemeinsame Papier ist für Samstagvormittag vorgesehen. Bei der Palmsonntagsmesse auf dem Petersplatz soll es dem Papst übergeben werden. Franziskus wolle diese Ergebnisse abwarten, bevor er die Synode selbst konkreter plant, heisst es im Vatikan. Die Beteiligung der Jugend sei wesentlich, so Baldisseri. Sonst würden am Ende «Luftschlösser gebaut, die unbewohnt bleiben, weil junge Menschen sich darin nicht wiederfinden».

Facebook

Ausserdem können sich an dem Treffen in Rom 16- bis 29-Jährige über soziale Netzwerke beteiligen. Dazu wurden entsprechende Facebook-Seiten in den sechs Konferenzsprachen gestartet. Über diese können Jugendliche weltweit ihre Erfahrungen, Wünsche und Kritik gleichzeitig in die Konferenz in Rom einbringen. Dort werden die Eingaben gesammelt und mit den Beiträgen vor Ort verbunden. Die Anmeldung ist über www.synod2018.va oder via Facebook möglich.

Auswahl der Teilnehmer

Nicht ganz klar ist, wie die gut 300 Teilnehmer der Vorsynode ausgesucht wurden. Neben Anfragen an die örtlichen Bischofskonferenzen fragten Mitarbeiter von Vatikanbehörden und Ordensgemeinschaften wohl über eigene Kontakte in diversen Ländern an.

Die Teilnehmer sollen, so die Organisatoren, «in der einen oder anderen Weise und aus je verschiedenen Gründen Vertreter einer grösseren Gruppe» sein. So stammen etwa die zwei religionslosen deutschsprachigen Teilnehmer eher zufällig aus der Schweiz.

Onlinebefragung

Um Jugendliche am Synodenprozess «Jugend, Glaube und Lebensentscheidungen» zu beteiligen, gab es bereits diverse Social-Media Angebote mit der Kennung #synod2018, ein internationales Treffen von Jugendseelsorgern im März 2017, einen Onlinefragebogen sowie ein internationales Vorbereitungsseminar in Rom im September.

In das Treffen sollen auch die mehr als 220.000 Rückmeldungen auf eine Online-Umfrage des Synodensekretariats einfliessen. Über ein halbes Jahr waren Personen zwischen 16 und 29 Jahren unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit aufgerufen, Fragen über Lebensziele, Familie, Arbeit und Religion zu beantworten. Dabei ging es auch um das Vertrauen in Institutionen wie Kirche, Parteien und Medien sowie um Vorstellungen von Familiengründung.

Tagungsort

Die Vorsynode findet ausserhalb des Vatikan in einem Bildungszentrum der «Legionäre Christi» in Rom statt. Eröffnet werden die Arbeitstage jeweils mit einer Gebetszeit. Unter anderem sind auch ein Besuch der Calixtus-Katakomben sowie eine Kreuzweg-Andacht in Vorbereitung auf die Karwoche geplant.

An der eigentlichen Synode im Oktober zum Thema «Die Jugend, der Glaube und die Berufungsunterscheidung» nehmen ausgewählte Jugendliche als Hörer teil, haben dort aber kein Stimmrecht. (cic)

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