Deutscher Bischof Timmerevers erleichtert über Rücktritt
Am Mittag kam die Nachricht: Der Papst hat den vorzeitigen Rücktritt des Dresdner Bischofs Heinrich Timmerevers mit sofortiger Wirkung angenommen. Nun hat sich der Bischof noch einmal vor Journalisten erklärt.
(KNA) Der Dresdner Bischof Heinrich Timmerevers (74) hat sich erleichtert über die Annahme seines vorzeitigen Rücktritts durch den Papst gezeigt. Es sei ein guter Tag für ihn – «ich bin zufrieden und in Frieden», sagte der nunmehr emeritierte Bischof am Mittwoch in Dresden vor Journalisten. «Der Gedanke des Rücktritts ist schon ein Jahr alt.» Er hoffe, damit den Weg für eine reibungslose, zügige Nachfolge freizumachen. Ihm sei bewusst, eine «Baustelle» zu hinterlassen. «Für mich beginnt nun eine neue Zeit.» Er sei sehr dankbar und blicke nach vorn. Timmerevers stand seit zehn Jahren an der Spitze des Bistums Dresden-Meissen.
«Niemand und nichts hat mich zu dieser Entscheidung gedrängt», betonte Timmerevers. Die teils massive Kritik an seinem Umgang mit der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch «ist nicht der Grund gewesen, jetzt das Handtuch zu werfen». Timmerevers kündigte an, dass schon in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden könne, wann und in welcher Besetzung eine neue Aufarbeitungskommission ihre Arbeit aufnehme.
25. Jahrestag der Bischofsweihe
Am Mittag hatte Papst Leo XIV. das Rücktrittsgesuch von Timmerevers offiziell angenommen. Der 2. September war zugleich der 25. Jahrestag seiner Bischofsweihe. Die Nachricht wurde im Bistum und darüber hinaus mit Überraschung wahrgenommen. Timmerevers wurde vergangene Woche 74 Jahre alt; das Kirchenrecht sieht ein Rücktrittsangebot von Bischöfen erst zum 75. Geburtstag vor. Timmerevers sagte, er habe den Eindruck, dass Papst Leo XIV. offener sei für Bitten um einen früheren Rücktritt und flexibler damit umgehe.
Timmerevers begründete seinen Rücktritt mit altersbedingt nachlassender «Spannkraft». Er merke, dass er zuweilen «tote Punkte» habe und einschlafe. Angesichts seiner vielfältigen Herausforderungen und Aufgaben sei das seiner Ansicht nach nicht verantwortbar.
Deswegen habe er beschlossen, die Leitung des Bistums in jüngere Hände zu übergeben. Nach eigenem Bekunden sprach Timmerevers schon am 13. Februar persönlich darüber. Am 23. Juni habe der Botschafter des Papstes, Nuntius Hubertus van Megen, ihm in Berlin mitgeteilt, dass seiner Bitte entsprochen worden sei.
Verabschiedung kommenden Samstag
Am kommenden Samstag findet seine Verabschiedung in der Dresdner Kathedrale statt. Es ist zugleich die Dankmesse zu seinem Bischofsjubiläum. Timmerevers, der aus dem Oldenburger Münsterland stammt und diesem weiterhin sehr verbunden ist, kündigte an, seinen Ruhestand in Dresden zu verbringen.
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