Gemeinschaft der Schwestern von Maria Stella Matutina
Schweiz

Das Kloster Wonnenstein bekommt eine neue Gemeinschaft

Schwester Scolastica Schwizer lebte die letzten Jahre als einzig verbliebene Ordensfrau im Kloster Wonnenstein. Nun ist sie ausgezogen – und eine neue Klostergemeinschaft zieht ein.

Jacqueline Straub

Über Jahre hinweg hat sich Schwester Scolastica Schwizer, auch Schwester Scholastika genannt, geweigert, das Kloster Wonnenstein zu verlassen und in eine andere Gemeinschaft zu ziehen. Über drei Jahre herrschte im Bistum St. Gallen deswegen ein Konflikt. Im Oktober ist sie nun in die kantonale Übergangspflege in Appenzell gezogen – und hat das Kloster für immer verlassen.

Schwester Scholastika, die letzte Schwester im Kloster Wonnenstein.
Schwester Scholastika, die letzte Schwester im Kloster Wonnenstein.

Nun meldet der Verein Kloster Maria Rosengarten Wonnenstein, dass mit der Gemeinschaft der Schwestern von Maria Stella Matutina eine Einigung über ihre Ansiedlung im Kloster Wonnenstein erzielt und eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet wurde.

«Die Suche nach einer passenden Gemeinschaft und deren Einbindung war die anspruchsvollste Aufgabe», heisst es in einer Mitteilung. «Mit der getroffenen Vereinbarung ist der Fortbestand von Wonnenstein als Kloster gesichert.» Denn der Verein setzt sich seit über zwölf Jahren dafür ein, das Kloster Wonnenstein als Kulturerbe zu erhalten und mit einer neuen Klostergemeinschaft in die Zukunft zu führen.

Kontemplativ und in Klausur

Die Gemeinschaft der Schwestern von Maria Stella Matutina (Maria Morgenstern) wurde 2014 in Spanien gegründet. Ihr Hauptsitz befindet sich in Italien. In der Schweiz hat Maria Stella Matutina noch keine klösterliche Gemeinschaft. Die Gemeinschaft lebt kontemplativ und in Klausur und ähnelt in vielen Aspekten der bisherigen Klostergemeinschaft der Kapuzinerinnen.

Sie verstehen die Klausur im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils. Kontakte mit der Bevölkerung sind im Rahmen der klösterlichen Regeln erwünscht. Ihre Gebetszeiten sind offen für die Gläubigen und im Gästebereich sind alle willkommen, die am Gebet und der Stille des Klosters teilhaben möchten.

Gemeinschaft der Schwestern von "Maria Stella Matutina".
Gemeinschaft der Schwestern von "Maria Stella Matutina".

Das Gebets- und Gemeinschaftsleben der Schwestern besteht aus einem Gleichgewicht von Einsamkeit und dem Gemeinschaftsleben, so die Mitteilung. Ihr Leben ist geprägt von Gebet (Messe, eucharistische Anbetung, Gottesdienste und Lectio Divina), klösterlicher Arbeit und geschwisterlichem Zusammenleben.

Wie der Verein Kloster Maria Rosengarten Wonnenstein mitteilt, ist es den Schwestern wichtig, einen engen Kontakt zum Bistum St. Gallen und zur bischöflichen Kurie zu haben, «damit Wonnenstein als spiritueller Ort im geistlichen Leben der Diözese und der Bevölkerung verbunden bleibt».

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Bislang können die Schwestern noch kein Deutsch. Das sehen sie aber als Voraussetzung an, um in Wonnenstein Fuss fassen zu können. «Die Schwestern zeigen ein grosses Interesse für die Eigenheiten der Schweizer Gesellschaft und Kultur», heisst es in der Mitteilung. Sie wollen sich zudem rasch integrieren. Die ersten Schwestern sollen im Advent 2026 ins Kloster Wonnenstein ziehen.


Gemeinschaft der Schwestern von Maria Stella Matutina
1. Dezember 2025 | 12:00
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