Das bestickte Altartuch ging auf Pilgerreise ging und ist Vorlage für den Schutzumschlag des Buches. | © Anne Burgmer
Schweiz
Das bestickte Altartuch ging auf Pilgerreise ging und ist Vorlage für den Schutzumschlag des Buches. | © Anne Burgmer

Das Buch «Ein weiter Weg» führt das Pilgerprojekt kontemplativ weiter

Zürich, 6.12.18 (kath.ch) Am Mittwoch ist in Zürich vor rund 100 Interessierten das Buch «Ein weiter Weg» zum Projekt für eine «Kirche mit* den Frauen» vorgestellt worden. In ihren Grussworten zeichneten die Ordensobere Sabine Lustenberger und der Basler Bischof Felix Gmür verschiedene Bilder zu Projekt und Buch.

Anne Burgmer

Am 2. Mai 2016 trugen die Fahrer Ordensfrauen zum Start des Pilgerprojektes für eine «Kirche mit* den Frauen» ein weiss besticktes Tuch in die St. Galler Kathedrale. Das Tuch begleitete das Kernteam und alle Mitpilgerinnen und -pilger auf dem 1200 Kilometer langen Weg nach Rom und diente dort als Altartuch während der Pilgermesse. Mittlerweile kam es zu neuen Ehren: Es diente als Vorlage für den zarten Schutzumschlag um das Buch «Ein weiter Weg».

Rückblick und Ausblick

Das Buch, das in seinem Querformat an die Länge des gegangenen Weges erinnern soll, zeige in verschiedenen Kapiteln die Geschichte von «Kirche mit* den Frauen», versammle Beiträge der Kernteammitglieder, redigierte und gekürzte Blogbeiträge verschiedener Mitpilgerinnen, zahlreiche Fotos und den kritischen Blick von aussen auf das Projekt, sagte Hildegard Aepli, Initiantin des Pilgerprojektes, in ihrer Begrüssung.

Das Altartuch sei nun – in dünnes Papier lasergestanzt – an vielen Orten präsent. «Wir haben verschiedene Papiere ausprobiert und kamen zu dem Schluss, dass das dünnste Papier am besten transportiert, dass es bei dem Projekt um etwas geht, zu dem man Sorge tragen soll», präzisiert Dominik Hafen, vom Büro TGG, das die Realisation des Buches ermöglichte.

Priorin Irene Gassmann beim Start des Pilgerprojekts «Kirche mit* den Frauen» | © Sylvia Stam

Das Buch als Windmühlenflügel

Die Oberin im Kapuzinerinnenkloster St. Klara in Stans, Sabine Lustenberger, beschrieb, wie ihr das Projekt durch die Erzählungen Hildegard Aeplis immer mehr ans Herz gewachsen sei: «Hildegard Aepli hat einen starken Impuls empfangen, den sie über das Projekt weitergegeben hat».

Es gehe um Veränderung, so die Kapuzinerin, und zitierte ein chinesisches Sprichwort: «Wenn der Wind der Veränderung wehe, bauten einige Mauern und andere Windmühlen». Das Projekt der Kerngruppe um Hildegard Aepli habe Windmühlen gebaut, das Buch sei ein weiterer Flügel und es bleibe zu hoffen, dass sich Menschen weiter bewegen liessen, sich ebenfalls von der Energie des Windes bewegen zu lassen.

Das Buch als Kontemplation

Einen anderen Blickwinkel nahm Bischof Felix Gmür ein, der die Pilgergruppe am Ende des Pilgerweges in Rom begrüsst und mit ihnen Gottesdienst gefeiert hatte und auch der Premiere des Films zum Projekt «Habemus feminas» in Bern dabeigewesen war.

«Ich war skeptisch, als ich von dem Buch hörte, denn Büchern über vergangene Anlässe haftet nicht selten der Geschmack eines alten Fotoalbums an. Doch ich lag schief», sagte Felix Gmür. Das Buch könne nach dem aktiven Anteil des Pilgerns als Etappe auf dem Weg verstanden werden, die eher den kontemplativen Aspekt des Projektes betone. Um das Anliegen weiterzutragen, brauche es auch die Kontemplation, das Erinnern und Verarbeiten, um in die Zukunft weiterzugehen. Das sei wie beim Pilgern selbst, das ebenfalls eine Mischung aus meditativen und aktiven Phasen beinhalte.

Hildegard Aepli und Markus Büchel | © Sylvia Stam

Das Buch als gute Perfomance

Eva-Maria Faber, Mitglied der Projektkerngruppe, betonte in ihrer Rede, dass das Buch wie eine gute Kunstperformance sei: «Eine solche gibt zu reden und weist über sich selbst hinaus. Das Buch entbirgt letztlich das Innerste des lebendigen Zeichens, das unser Projekt ist», so Eva-Maria Faber. Dabei gehe es nicht darum, ein Fotoalbum oder Denkmal für das Projekt zu schaffen. Es gehe darum, eine Gestaltung der Kirche anzuregen, die Menschen dazu bringe, zu sagen: «Ich durfte Kirche erleben».

Eva Maria Faber mit Brief an den Papst | © Adrian Müller

Der Weg geht weiter

Priorin Irene Gassmann, ebenfalls Teil des Kernteams, freute sich besonders über die Gedanken von Bischof Felix Gmür zum ausgewogenen Wechselspiel von Aktion und Kontemplation: «Ich habe mich durch die Worte ermutigt gefühlt, weiter über diese Ebene der Spiritualität in diesem Kontext nachzudenken». Und die Theologin Susanne Andrea Birke brachte anschaulich auf den Punkt, was Tenor der Vernissage war: «Es ist schön zu sehen, dass der Weg weiter geht. Schritt für Schritt und Etappe für Etappe. Es ist klar: der Weg ist länger als die reine Pilgerstrecke».

Hinweis: Das Buch «Ein weiter Weg» zum Projekt «Kirche mit* den Frauen», an dem rund 50 Autorinnen und Autoren beteiligt sind, kann bestellt werden unter info@sg.kath.ch

*Der Text erscheint in Zusammenarbeit mit dem Aargauer Pfarrblatt Horizonte

Bischof Felix Gmür (links) neben Ordensfrau Sabine Lustenberger und Buchgestalter Dominik Hafen. | © Anne Burgmer
Bischof Felix Gmür (links) neben Ordensfrau Sabine Lustenberger und Buchgestalter Dominik Hafen. | © Anne Burgmer
Pilgerprojekt-Initantin Hildegard Aepli (ganz links) und das Kernteam | © Anne Burgmer
Pilgerprojekt-Initantin Hildegard Aepli (ganz links) und das Kernteam | © Anne Burgmer
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