Cornel Sieber: «Ob es sich um eine Wunderheilung handelt, entscheidet der örtliche Bischof»
Er ist Mitglied des Ärztekomitees in Lourdes. Dieses Gremium stimmt nach ausführlichen Debatten darüber ab, ob eine Heilung aufgrund des aktuellen medizinischen Wissens nicht erklärbar ist. Im Podcast «Laut + Leis» sagt Cornel Sieber, wie es dann weitergeht.
«Ich glaube schon, dass das Abstimmungsresultat des Gremiums nicht angezweifelt wird. Das wäre ja auch nicht möglich durch Nichtmediziner. Ich glaube, das hat dann schon ein gewisses Gewicht, ohne jetzt überaus stolz sein zu wollen.
Der Bischof in Lourdes weiss es und kontaktiert dann den Bischoff der Diözese. In der Regel ist es dann schon so, dass man das publik macht. Aber es könnte ja zum Beispiel sein, dass die Person, die es betrifft, im Gespräch sagt, also das ist jetzt für mich ganz wichtig zu wissen, vielleicht sogar für meine nähere Umgebung, aber ich hätte doch gerne eine gewisse Anonymität. Ich möchte keine Publizität. Dann ist es vorbei.
Der lokale Bischof, ich nehme an, häufig wird es ja so sein, dass die Person das dem Bischof dann auch sagt oder dem Pfarrer der Diözese: Ich war in Lourdes, und da ist das Wunder passiert. Spätestens wenn man dann zusätzliche Informationen und ärztliche Berichte erbeten werden, dann wird dieser Mensch denken, ich scheine irgendwie interessant zu sein für dieses Komitee. Ja, aber die finale Entscheidung, ob es sich um eine Wunderheilung handelt, trifft der Bischof.»
Das sagt Cornel Sieber im Podcast «Laut + Leis». Der gebürtige Basler ist ärztlicher Direktor im Kantonsspital Winterthur und seit gut zehn Jahren Mitglied des international zusammengesetzten Ärztekomitees von Lourdes. (sl)
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