Frauen bei der Berufsbildung | © Kirche in Not
Schweiz
Frauen bei der Berufsbildung | © Kirche in Not

Caritas wertet Integrationsagenda als wichtigen Schritt

Bern, 1.5.18 (kath.ch) Am Montag hat Bundesrätin und Justizministerin Simonetta Sommaruga in Bern die «Integrationsagenda Schweiz» vorgestellt. Diese sieht eine drei Mal höhere Integrationspauschale pro Asylsuchenden vor. Caritas Schweiz zeigt sich erfreut über diese Entwicklung, will aber die Umsetzung in den Kantonen beobachten.

«Es ist sehr erfreulich, dass Bund und Kantone zu diesem gemeinsamen Vorgehen zusammengefunden haben und in der Frage der Integration von Asylsuchenden vorwärtsmachen», sagt Martin Flügel, Leiter Politik von Caritas Schweiz, auf Anfrage von kath.ch.

Zu diesem Vorwärtsmachen gehören nebst der Verdreifachung der Integrationspauschale des Bundes von 6000 auf 18’000 Franken auch gemeinsame Ziele, wie sich Asylsuchende in der Schweiz künftig besser in den Arbeitsmarkt und damit in die Gesellschaft integrieren können. Damit sollen auch Abhängigkeiten von Sozialleistungen reduziert werden. Zudem ist mit der Agenda ein «für alle Akteure verbindlicher Integrationsprozess» vorgesehen.

Berufsbildung bleibt Sache der Kantone

Mit dem sehr stark erhöhten Pauschalbeitrag hätten die Kantone – unabhängig von ihren eigenen Mittel – sehr viel mehr Spielraum, um im Bereich der Integration tätig zu sein. Hier hofft Flügel, dass die zusätzlichen Mittel denn auch zielführend eingesetzt werden.

«Leider stellen wir in der beruflichen Grundbildung Sparmassnahmen fest»

Beim Bundesbeitrag handelt es sich um eine einmalige Pauschale pro Kopf. Die längerfristigen Kosten für die Berufsausbildung würden aber wie bislang zu drei Vierteln bei den Kantonen bleiben. «Und leider stellen wir aktuell in verschiedenen Kantonen gerade bei den Vorbereitungskursen auf die berufliche Grundbildung Sparmassnahmen fest», so Martin Flügel.

Agenda schafft Klarheit

Der Sprecher des Hilfswerks will aber nicht «nörgeln». Die Integrationsagenda sei gut und gebe Klarheit. Caritas Schweiz war bei deren Ausarbeitung nicht beteiligt, ist aber selber in verschiedenen Kantonen bei der Integration von Flüchtlingen engagiert. Die zusätzlichen Mittel kämen also auch den Aktivitäten von nichtstaatlichen Organisationen zugute.

Doch nun müssten der Agenda auch Taten folgen, sagt Flügel. Caritas werde die Entwicklungen weiter beobachten und dort, wo sich Möglichkeiten ergeben, auch die eigenen Integrationsangebote ausbauen.

Dass der verdreifachte Geldfluss umgekehrt private Initiativen von Kirchen oder anderen gesellschaftlichen Organisationen einschränken könnte, kann sich Martin Flügel nicht vorstellen. Diese Engagements würden unabhängig von der staatlich finanzierten Integrationsarbeit funktionieren. (ms)

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