Verheerende Erbeben in Venezuela haben grosse Schäden angerichtet.
Schweiz

Caritas Schweiz spricht 100'000 Franken Erdbeben-Nothilfe für Venezuela

Zwei starke Erdbeben haben in der letzten Nacht Venezuela erschüttert. Hunderte bis Tausende Tote werden befürchtet. Hilfswerke melden sich zu Wort und kündigen schnelle Nothilfe an – darunter auch Caritas Schweiz.

Regula Pfeifer

Wie viele Menschen bei den Beben zu Schaden kamen, ist noch nicht abzusehen. Die Zahl der Toten lag am Mittag bei über 160, die der Verletzten bei rund 1000. Unterdessen schätzte die US-Erdbebenwarte die Zahl der möglichen Todesopfer auf 10’000 bis 100’000 Menschen. Zahlreiche Gebäude stürzten ein, die öffentliche Infrastruktur wurde in den betroffenen Regionen teilweise zerstört.

Die beiden Erdstösse sollen eine Stärke von 7,2 und 7,5 auf der Richterskala gehabt haben. Sie zählen damit zu den stärksten Erdbeben, die in Venezuela in den vergangenen Jahren gemessen wurden. Betroffen sollen vor allem Städte in Zentralvenezuela sein, darunter die Hauptstadt Caracas. Die Übergangsregierung unter Interimspräsidentin Delcy Rodríguez rief den nationalen Notstand aus.

Verschiedene Hilfswerke haben ihre Unterstützung aktiviert. Caritas Schweiz spricht 100’000 Franken für die Nothilfe. Caritas international gibt 100’000 Euro für schnelle Hilfe vor Ort frei. Das Hilfswerk Malteser International kündigte an, 250’000 Euro als Soforthilfe zur Verfügung zu stellen.

«Die Katastrophe trifft auf eine schwer gebeutelte Region.»

Rafael Filliger, Programmdirektor Venezuela von Caritas Schweiz

«Die Katastrophe trifft auf eine schwer gebeutelte Region», sagt Rafael Filliger, Programmdirektor Venezuela von Caritas Schweiz in einer Mitteilung. «Viele Menschen lebten schon vor dem Beben in extremer Armut, mangelnder Ernährung und hatten keinen verlässlichen Zugang zu medizinischer Versorgung. Durch das verheerende Beben wird die Not nun noch verstärkt», so Filliger.

Vor Ort koordinieren die lokale Caritas und das internationale Caritas-Netzwerk die ersten Hilfsmassnahmen. Besonders dringend benötigt werden Trinkwasser, Nahrungsmittel, medizinische Versorgung und Notunterkünfte.

Grosses Netzwerk an Freiwilligen

«Unsere Partnerinnen und Partner der Caritas Venezuela mit ihrem Netzwerk von 30’000 freiwilligen Helferinnen und Helfern sind tief in den Gemeinden verwurzelt und verfügen über ein einzigartiges Netzwerk im ganzen Land», sagte Jonas Brenner von Caritas international. Daher werde man mit den Partnern vor Ort versuchen, schnelle, belastbare Hilfsstrukturen aufzubauen.

Die katholische Kirche in Venezuela intensivierte ihre humanitäre und seelsorgerische Tätigkeit. Geplant ist demnach, bestehende kirchliche Netzwerke zur Unterstützung der Opfer zu nutzen. Pfarreien, Einrichtungen und Ordensgemeinschaften bereiteten Unterkünfte, Hilfsgüterverteilungen und seelsorgerische Begleitung für Betroffene vor. (Mit Informationen der Agentur KNA und von Kathpress).

Caritas Schweiz ruft zu Spenden für die Betroffenen des Erdbebens in Venezuela auf, und zwar unter dem Link.

Anzeige ↓     Anzeige ↑

Verheerende Erbeben in Venezuela haben grosse Schäden angerichtet. | © Rayner Peña, EPA
25. Juni 2026 | 15:00
Lesezeit : ca. 2  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!