Bischöfe aus aller Welt – an der Jugendsynode | © Oliver Sittel
Vatikan
Bischöfe aus aller Welt – an der Jugendsynode | © Oliver Sittel

Bischofssynode zur Jugend sieht Reformbedarf in der Kirche

Rom, 29.10.18 (kath.ch) Mit dem Bekenntnis zu einer stärkeren Öffnung für Laien ist die im Vatikan tagende Bischofssynode zur Jugend zu Ende gegangen. Um glaubwürdig zu sein, sei eine Kirchenreform nötig, erklärten die rund 270 teilnehmenden Bischöfe in ihrem am Samstagabend verabschiedeten Schlussdokument.

Das prophetische Bild einer synodalen Kirche sei 50 Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil noch immer nicht umgesetzt. Das mussten die Teilnehmer der am 3. Oktober eröffneten Synode zum Thema «Jugend, Glaube und Berufungsunterscheidung» festhalten.

Mehr Partizipation nötig

Neben den Bischöfen hatten zwar auch knapp 50 Nichtkleriker als sogenannte Auditoren teilgenommen, unter ihnen 36 junge Katholiken unter 30 Jahren. Sie beteiligten sich an den Debatten, waren aber von der Abstimmung über das Schlussdokument ausgeschlossen. Das kommt denn auch im bislang erst auf Italienisch vorliegenden Papier zum Ausdruck.

In dem 167 Artikel und 55 Druckseiten umfassenden Papier nennen die Bischöfe die Erfahrung ihrer Zusammenarbeit mit jungen Christen eine «Frucht des Heiligen Geistes». Die katholische Kirche müsse mehr Partizipation und Verantwortung auch für Laien bieten, besonders für Jugendliche und Frauen.

Kritik der Jugend als «Ruf Gottes» sehen

Die Bischöfe wenden sich weiter gegen einen «Klerikalismus, der viele von Entscheidungsprozessen ausschliesst», wie auch gegen eine «Klerikalisierung der Laien». Jugendlichen Verantwortung in der Kirche zu überlassen, sei keine «Zusatzoption». In der Kritik Jugendlicher müsse die Kirchenleitung auch einen Ruf Gottes zur Umkehr und zur Erneuerung der Strukturen hören.

Die Bischöfe stellen fest, ein grosser Teil der Jugendlichen betrachte die Kirche nicht mehr als ernstzunehmenden Gesprächspartner. Als Gründe dafür machen sie Missbrauchs- und Finanzskandale aus, aber auch die Unfähigkeit kirchlicher Amtsträger, auf Jugendliche einzugehen.

Selbstkritik bei Amtsführung und Sexualmoral

Selbstkritisch bemängeln die Kirchenführer auch, die eigene Lehre nicht plausibel machen zu können. Teils stosse das Engagement von jungen Christen auf Autoritätsdenken und Misstrauen seitens der Amtsträger, die keine Leitungskompetenz abgeben wollten.

Auch die katholische Sexualmoral sei für viele Jugendliche ein Grund der Entfernung von der Kirche. Im gegenwärtigen kulturellen Umfeld habe die Kirche Mühe, ihre Sicht von Körperlichkeit und Sexualität zu vermitteln. Damit Seelsorger glaubwürdig auftreten könnten, müssten sie selbst über affektive und sexuelle Reife verfügen. (kna)

Analyse von Theologieprofessorin Eva Maria Faber zum Schlussdokument der Jugendsynode.

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