Bischof Morerod bittet reiche Freiburger Pfarreien um Finanzspritze
Der Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg (LGF), Charles Morerod, bittet die Freiburger Pfarreien um einen «dringenden und notwendigen» Beitrag zum Betrieb des Bistums. Dieses habe eine kritische Liquiditätslage, die Auszahlung der Löhne werde schwierig.
(cath.ch) «Die Lage ist besorgniserregend und die Liquiditätslage so kritisch, dass die Auszahlung der Gehälter zu einer schwierigen Aufgabe wird», erklärte Jean-Baptiste Henry de Diesbach, Präsident des Verwaltungsrats der Diözese, gegenüber der Tageszeitung «La Liberté».
Das Budget der Diözese beläuft sich auf fast drei Millionen Franken pro Jahr. «Unsere wenigen eigenen Einnahmen decken 25 Prozent davon», so de Diesbach. Für den Rest ist die Diözese auf Beiträge der kantonalen kirchlichen Körperschaften und auf nationale Beiträge angewiesen.
Körperschaft hat Beitrag nicht erhöht
Den Appell an die Freiburger Pfarreien hat Bischof Charles Morerod am 16. Dezember lanciert. Und sie dabei gebeten, «entsprechend ihren finanziellen Möglichkeiten, ihrer Liquidität oder ihren Reserven» zu spenden.
Die katholische Körperschaft des Kantons Freiburg (Corporation ecclésiastique cantonale, CEC) hatte am 13. Dezember den Antrag des Bistum um einen erhöhten Beitrag von 815’000 Franken fürs Jahr 2026 abgelehnt. Die Versammlung der CEC beschloss, ihren Diözesanhaushaltsbeitrag bei 700’000 Franken zu belassen, wobei zusätzlich 50’000 Franken für die Archivierung hinzukommen.
200’000 Franken Defizit im Jahr 2026
Das Finanzloch des Bistums LGF beläuft sich für das Jahr 2026 erneut auf 200’000 Franken. «Diese Situation ist nicht mehr tragbar. Die Eigenmittel des Bistums reichen nicht mehr aus, um solche Defizite auszugleichen», betont Morerod im Appell. Er fordert daher einen «dringenden und notwendigen» Beitrag der Pfarreien.
Im Kanton Freiburg erheben die Pfarreien die Kirchensteuer. Sie tragen damit zur Finanzierung der Kantonalkirche (CEC) bei, die ihrerseits an der Finanzierung des Bistums beteiligt ist. Die Diözese verfügt also über keine direkte Finanzierung durch Steuern oder Subventionen seitens des Kantons, anders als etwa das Bistum Basel.
Reiche Pfarreien
Die Situation der Freiburger Pfarreien ist recht unterschiedlich. Während einige sich gerade so über Wasser halten können, verfügen andere über komfortable Jahreseinnahmen und erzielen hohe Gewinne. Daher der Appell des Bischofs.
Das Bistum besitzt einige Immobilien. Doch sich davon zu trennen, «wäre zwar kurzfristig die einfachste Lösung, aber katastrophal für die Zukunft. Wir müssen den Fortbestand unserer Arbeit langfristig sichern», sagt der Diözesanverwalter gegenüber «La Liberté». Abgesehen davon, die reichsten Pfarreien um Geld zu bitten, hat das Bistum nicht viele Handlungsmöglichkeiten. (Übersetzt und adaptiert: rp)
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