Bischof Felix Gmür
Schweiz

Bischof Felix Gmür zum Priesterjubiläum: «Ich wollte etwas Sinnvolles machen»

Vor 25 Jahren wurde Bischof Felix Gmür zum Priester geweiht. Seine Priesterweihe war eine «stimmige Feier». Er hat diesen Schritt nie bereut. Doch: «Wenn ich jetzt jung wäre und vor der Frage stehen würde, weiss ich nicht, wie ich mich entscheiden würde.»

Jacqueline Straub

Heute am 30. Mai vor 25 Jahren wurden Sie zum Priester geweiht. Herzliche Gratulation zum Jubiläum. Wie blicken Sie auf diesen Tag zurück?

Bischof Felix Gmür*: Ich habe eine gute Erinnerung an den Tag. Es war in Luzern in St. Karl zusammen mit zwei anderen Männern. Es war eine sehr stimmige Feier.

«Ich finde, dass alle Getauften eine Ikone Gottes sind.»

Werden Sie den heutigen Tag besonders feiern?

Gmür: Ich freue mich, dass Feiertag ist und diesen gebührend begehen.

Hat sich Ihr Priesterbild verändert?

Gmür: Bei meiner Priesterweihe hat Bischof Kurt Koch gepredigt, dass der Priester eine Ikone Gottes ist. Ich finde, dass das alle Getauften sind. Insofern hat sich das erweitert. Jedes Mal fällt es mir bei der Chrisammesse auf, dort feiert man auch das Priestertum, dass jeder getaufte Mensch Priester ist und etwas Priesterliches hat.

Priesterweihe
Priesterweihe

Unzählige Priester haben Missbrauch begangen. Das Bild eines Priesters, das Kardinal Kurt Koch damals vermittelte, bröckelt seit Jahren. Wie gehen Sie heute damit um, dass so viele Priester Missbrauchstäter sind?

Gmür: Jeder Missbrauch ist eine Katastrophe. Wurde er von einem Priester begangen, kommt zumeist auch spiritueller Missbrauch dazu. Heute sind wir zum Glück weiter, haben dazugelernt und erkennen diese Zusammenhänge.

Was würden Sie heute jungen Priestern raten?

Gmür: Für mich ist das Wichtigste, dass der Priester nicht alleine ist. Er soll unter die Leute gehen und er soll nicht vergessen zu beten. Das Gebet trägt einen. Zudem ist es wichtig, sich bewusst zu sein: Man ist Priester nicht für sich selber, sondern für die Menschen.

«Ich wollte früher in Afrika Brücken bauen.»

Würden Sie sich heute wieder zum Priester weihen lassen?

Gmür: Im Rückblick ja. Wenn ich jetzt jung wäre und vor der Frage stehen würde, weiss ich nicht, wie ich mich entscheiden würde. Aber ich finde unsere Kirche gut – trotz aller Schwierigkeiten und Mängel –, sie hat eine super Botschaft.

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Warum wollten Sie als junger Mann Priester werden?

Gmür: Ich wollte – und will es noch immer – etwas Sinnvolles machen, das für die Menschen ist. Ich habe mich dazu entschieden, dies in der Kirche als Priester zu tun. Ich wollte früher in Afrika Brücken bauen – das ist auch gut. Aber das können andere wohl besser als ich.

*Bischof Felix Gmür ist Bischof von Basel. Am 30. Mai 1999 wurde er von Kardinal Kurt Koch, damals Bischof von Basel, zum Priester geweiht.


Bischof Felix Gmür | © Jacqueline Straub
30. Mai 2024 | 14:00
Lesezeit : ca. 2  Min.
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