Kathedrale St. Gallen  | © Hans Merrouche
Schweiz
Kathedrale St. Gallen | © Hans Merrouche

Barocke Pracht füllt die Lücke nach dem Bildersturm

St. Gallen, 10.8.17 (kath.ch) Ohne reformatorischen Bildersturm hätte St. Gallen heute womöglich nicht so eine prächtige barocke Kathedrale. Der spätere barocke Innenausbau habe die durch den Bildersturm entstandene Lücke gefüllt, sagt Dompfarrer Beat Grögli auf einem Rundgang. Am 13. August werden 250 Jahre barocker Sakralbau mit einem Festgottesdienst gefeiert.

Tausende von Bildern und Kultgegenständen sind dem reformatorischen Bildersturm in St. Gallen zum Opfer gefallen. Nur wenig davon ist noch erhalten. Doch wer heute als Besucherin oder Besucher die St. Galler Kathedrale betritt, merkt kaum etwas davon. Der vor 250 Jahren neu errichtete Sakralbau ist mit farbigen Stukkaturen, Figuren von Heiligen und Putten dekoriert sowie mit Deckengemälden gegen den Himmel hin geöffnet.

Der Sterngucker vor dem Kirchenfenster

Eine solche barocke Putte hat es dem Dompfarrer Beat Grögli besonders angetan: der Sonnengucker am Fenster hinter dem Chorraum, wie er im Video von kath.ch verrät. Der Sonnengucker blicke hinaus in die Welt, so wie dies die Kirche auch tun sollte, sagt Grögli, der seit Mai 2013 hier als Dompfarrer tätig ist.

Der Barock stehe der katholischen Seele sehr nahe, ist der Dompfarrer überzeugt. Sie wirke lebensbejahend und nach aussen gerichtet – im Gegensatz zur reformatorischen Position, die auf das Wort setzt. Wobei der Pfarrer der Reformation durchaus positive Seiten abgewinnen kann – etwa den Impuls zu Neuerungen in der katholischen Kirche.

Am 13. August findet in der Kathedrale St. Gallen ein Festgottesdienst zu 250 Jahren barockem Sakralbau statt – mit Musik, die damals bereits bei der Einweihung gespielt wurde. (rp)

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