Symbolbild Missbrauch | © European Parliament/Pietro Naj-Oleari
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Symbolbild Missbrauch | © European Parliament/Pietro Naj-Oleari

Missbrauchskommission beendet Arbeit – Fokus auf Kirche

Sidney, 14.11.17 (kath.ch) Nach vier Jahren hat die australische Missbrauchskommission ihre Arbeit beendet. «Als wir 2013 angefangen haben, hatten wir keine Ahnung, wie weit verbreitet und wie häufig in australischen Institutionen der sexuelle Missbrauch von Kindern war, oder wie viele Menschen uns ihre Geschichte erzählen würden», sagte der Kommissionsvorsitzende Philip Reed.

Das sagte er gemäss einer am Dienstag veröffentlichten Presseerklärung anlässlich der letzten Sitzung. In vier Wochen will die Kommission der australischen Regierung ihren Abschlussbericht übergeben. Die Kommissionsmitglieder hätten in nichtöffentlichen Sitzungen die persönlichen Erlebnisse von fast 8’000 Opfern sexuellen Kindesmissbrauchs in Institutionen gehört.

Im Zentrum des australischen Missbrauchsskandals steht die katholische Kirche. Bis zu 40 Prozent der Mitglieder katholischer Orden in Australien sowie 7 Prozent der Priester hätten nach Erkenntnissen der Kommission zwischen den Jahren 1950 und 2009 Kinder sexuell missbraucht.

Vor allem Knaben

Das Durchschnittsalter der Opfer habe bei Mädchen bei 10 und bei Jungen bei 11 Jahren gelegen. Mit 90 Prozent waren Jungen die mit Abstand grösste Opfergruppe. Die Kommission war 2013 von der australischen Regierung eingesetzt worden.

Neben der katholischen Kirche bezogen die anglikanische Kirche, andere christliche Konfessionen sowie andere Religionen vor der Kommission zu ihrem Umgang mit sexuellem Missbrauch Stellung. Darüber hinaus befasste sich die Kommission auch mit dem Missbrauch in Sportverbänden, staatlichen Krankenhäusern, der australischen Armee und der Unterhaltungsbranche. (kna)

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